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Schulz sieht Existenz der SPD in Gefahr und erwog Rücktritt

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Klaus von Dohnanyi war am Mittwochabend in der Talkshow „Maischberger“ zu Gast

Nach vielen Gesprächen sei er aber zu der Überzeugung gelangt, dass er zusammen mit der Partei den dringend notwendigen Neuanfang der SPD voranbringen wolle. "Wir sind es in Rheinland-Pfalz nicht gewohnt, in solchen Kategorien zu denken, dass die Partei sich in solche Strömungen zerlegt".

Am deutlichsten positioniert sich bei dem Aufstand gegen den Mann, der trotz des katastrophalen Wahlergebnisses an seinem Stuhl klebt, Hamburgs Ex-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi. "Das ist eine Verteilung, die, wenn man miteinander kann und sich aufeinander verlassen kann, eine doppelte Kraft entwickelt", sagte Lewentz. Die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles sprach sich in der "Bild"-Zeitung dafür aus, dass Schulz auch über den Parteitag im Dezember hinaus im Amt bleibt". Ob solche Führungsstrukturen irgendwann wieder in einer Hand vereint würden, sei "etwas für übermorgen".

Kritik übte Schulz an den Zeitabläufen bis zu seiner Nominierung: "Wie schon 2009 und 2013 haben wir auch dieses Mal beim Verfahren zur Bestimmung des Kanzlerkandidaten einen Weg gewählt, der uns zu wenig Zeit für die Vorbereitung der Kampagne gelassen hat". Bei zwei Zentren sei es komplizierter. "Ich im Parlament mit der Fraktion, er in der Partei", sagte sie am Mittwochabend in den ARD-Tagesthemen. Auch die niedersächsischen Sozialdemokraten wollen Personaldebatten nicht zuletzt mit Blick auf die Landtagswahl am 15. Oktober vermeiden und stärken Schulz den Rücken. Ihn nerve, "dass wir wieder die alten Blockbildungen haben, die Zuordnungen in Parteilinke, Parteirechte, in bestimmte Kreise und Zirkel".

In der SPD heißt es schneidend, der Ex-Chef, der Mitverantwortung für die 20-Prozent-Katastrophe trage, habe hoffentlich kapiert, dass er nichts mehr zu melden habe. Als Parlamentarischen Geschäftsführer hatte Schulz Generalsekretär Hubertus Heil vorgesehen, doch wegen des Widerstands des rechten Parteiflügels bekam Haushaltsexperte Carsten Schneider den Posten. Angesichts anstehender, schwieriger interner Debatten "brauchen wir einen Parteichef mit hoher Integrationskraft". Dafür sei Schulz "der beste Mann".

Schulz kritisiert indirekt seinen Vorgänger im Parteivorsitz, Sigmar Gabriel. Sollte die SPD in Niedersachsen den nächsten ihrer Ministerpräsidenten (Stephan Weil) in einem großen Flächenland verlieren, könnte das zentrale Argument für die Nibelungentreue zu Schulz allmählich hohl klingen: der frühere "Gottkanzler" werde von der SPD-Basis nach wie vor geliebt.

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