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Moskau wirbt um saudische Petrodollars

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König Salman von Saudi Arabien zu Gast beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau

König Salman von Saudi-Arabien wird im Rahmen seiner Kontakte in Moskau, mit Präsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitri Medwedew zusammen kommen. Salman besucht als erster saudi-arabischer Monarch Russland. In der gesamten Region ringen das sunnitisch dominierte Saudi-Arabien und der schiitisch geprägte Iran als Rivalen um die Vorherrschaft. Die Saudis unterstützen dagegen Rebellengruppen in Syrien.

Im Syrien-Konflikt müsse eine politische Lösung gefunden werden, die eine Aufspaltung vermeide, sagte Salman. Es gebe zahlreiche Möglichkeiten für Unternehmen beider Länder, sagte Falih. Russische und saudi-arabische Offizielle haben im Kreml laut der Nachrichtenagentur Reuters eine Vereinbarung unterschrieben, die vorsieht, einen gemeinsamen Investitionsfonds in Höhe von einer Milliarde Dollar einzurichten. Der Iran steht dagegen - wie Russland - an der Seite von Präsident Baschar al-Assad. So werden an einem Geschäftsforum Minister beider Staaten und die Chefs der staatlichen Ölkonzerne Aramco und Gazprom teilnehmen.

Die Politologin Marianna Belenkaja vom Moskauer Carnegie-Zentrum hält die Kooperation mit Saudi-Arabien zwar für pragmatisch, aber auch für fragil. Gleichzeitig hofft der Kreml-Konzern Rosatom auf Aufträge für den Bau von zwei Kernkraftwerken, vorbereitende Abkommen wurden unterzeichnet.

Pure Harmonie herrscht zwischen beiden Ländern allerdings nicht. Moskau hat sich im Syrienkrieg mit militärischer Gewalt als Partei etabliert, die Saudi-Arabien nicht ignorieren kann.

Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Experten sahen darin ein Indiz dafür, dass der steigende Einfluss Russlands in der Arabischen Welt die saudische Regierung nach alternativen Partnern suchen lässt. Beide Länder leisten zusammen rund ein Viertel der globalen Ölförderung. Putin hatte dagegen am Vortag erklärt, die beteiligten Opec- und Nicht-Opec-Produzenten seien bereit zur Verlängerungen des Abkommens. Derzeit wird es im März 2018 auslaufen.

Russland und Saudiarabien sind die beiden weltgrössten Erdölexporteure, aber genau diese Konkurrenz stand einer nennenswerten wirtschaftlichen Zusammenarbeit lange Zeit im Weg.

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