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Mesale Tolu weist vor Gericht Terrorvorwürfe zurück

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Ali Riza Tolu

Tolu war Ende April festgenommen worden und sitzt seitdem mit ihrem zweijährigen Sohn im Istanbuler Frauengefängnis Bakirköy hinter Gittern. Tolus Verteidigung habe dagegen Beschwerde eingelegt, die aber vom Gericht ohne Begründung abgewiesen worden sei. Auch ihr Ehemann sei in Untersuchungshaft.

Zum Auftakt des Prozesses gegen die Journalistin Mesale Tolu in der Türkei haben in Frankfurt mehrere Menschen mit einem Autokorso für ihre Freiheit demonstriert. "Aus diesem Grund ist die Untersuchungshaft nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie und für meinen Sohn zur Bestrafung geworden".

Die Bundesregierung fordert die Freilassung Tolus und von zehn weiteren Deutschen, die derzeit in der Türkei aus politischen Gründen inhaftiert sind. Am 5. Oktober ist eine Podiumsdiskussion mit Tolus Vater geplant. Er wolle für die Freilassung seiner Tochter kämpfen und glaube, sie werde erst freikommen, wenn das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei sich wieder gebessert hat. "Sie ist eine Journalistin, keine Mörderin".

Linke-Fraktionsvize Heike Hänsel - die den Prozess als einzige Bundestags-Abgeordnete beobachtete - sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Beschluss zur fortdauernden U-Haft für Tolu sei "willkürlich".

In weiten Teilen der türkischen Justiz herrsche ein "Klima der Angst", so Rebehn.

Tolu arbeitete als Journalistin und Übersetzerin für die linke Nachrichtenagentur Etha. Die Anklage stützt sich auf die Teilnahme Tolus an vier Veranstaltungen und auf den Fund von einer Zeitschrift, die die Staatsanwaltschaft als Propagandamaterial wertet.

Mesut Duman vom Frankfurter Solidaritätskomitee für Mesale Tolu sagte zu hessenschau.de, die Vorwürfe beruhten auf den Angaben eines anonymen Zeugen.

Demnach befand sich der Junge am Donnerstag zunächst in der Obhut des Vaters von Mesale Tolu, Ali Riza, in Istanbul. Bei dem angeblichen Propagandamaterial habe es sich um eine legale Zeitschrift gehandelt, die "in jeder Buchhandlung" verkauft werde. Deswegen hoffen wir auf Freispruch. "Der Prozess wird sich länger hinziehen".

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