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Wirtschaft

Wöhrl prüft Übernahme von Air Berlin vorerst nicht weiter

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Um was geht es bei der Zerschlagung von Air Berlin?

Berlin. In Berlin hat der Chef der Billigfluglinie Ryanair, Michael O'Leary, schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung und die Lufthansa erhoben. "Der Deal ist doch längst gemacht", behauptete er. Germania habe beim Landgericht Berlin deshalb ein Eilverfahren gegen die Vergabe des 150 Millionen Euro schweren Staatskredits an Air Berlin eingeleitet, teilte das Gericht am Dienstag mit. Dies decke die Bundeswehr selbst ab. Dass die Lufthansa ihre starke Stellung damit noch ausbauen könnte, kritisierten Ryanair-Chef Michael O'Leary, der Nürnberger Fluganbieter Hans Rudolf Wöhrl und Niki-Gründer und -Namensgeber Niki Lauda. Er hat allerdings noch kein konkretes Kaufangebot vorgelegt.

Nach aktuellem Stand können Interessenten noch bis zum 15. September Gebote für die insolvente Airberlin und ihre nicht in die Insolvenz einbezogene Tochtergesellschaft Niki abgeben. Die übrige Crew soll gezwungen werden, neue Verträge zu unterschreiben, die bis zu 50-prozentige Lohnkürzungen beinhalten. Neben der Lufthansa sollen sich auch Condor und EasyJet für FlyNiki interessieren.

Ryanair habe keinen Kontakt zu Winkelmann gehabt, sagte O'Leary. Doch die gebe es derzeit nicht.

Ex-Formel 1-Star hat Brief an Insolvenzverwalter von Air Berlin geschrieben. Ein Zeichen dafür sei der Zeitpunkt der Insolvenz. Das derzeitige Verfahren für eine Übernahme der insolventen Air Berlin sei ein "abgekartetes Spiel", O'Leary sprach zudem von einer "Verschwörung".

Er erneuerte die Aufforderung an das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbskommission, den Vorgang zu untersuchen. Ausgezahlt sei das Geld noch nicht. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Sonntag, es laufe alles planmäßig, man sei in der "technischen Umsetzung".

Unterdessen wartet Air Berlin weiterhin auf dringend benötigte Kreditmittel.

Die Lufthansa würde sich damit ein Monopol schaffen, unterstützt von der Politik, kritisiert Lauda diese Pläne, gegen die er zu Feld zieht. Verschiedene Politiker der großen Koalition hatten sich dafür ausgesprochen, dass Lufthansa große Teile der Air Berlin übernehmen solle. Die Zeitungen "Bild" und "B.Z." berichteten, an diesem Tag lägen nach Erwartung von Verhandlungskreisen den Gläubigervertretern entscheidungsreife Kaufangebote vor. "Das Interesse von Thomas Cook wird bei Air Berlin sehr ernst genommen", zitiert das Blatt einen Insider. "Niki Lauda hat dank seines Namens die Möglichkeit erhalten, bereits am Dienstag (heute, Anm.) in die Bücher zu sehen".

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