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Wahldebakel für die SPD - "Stärkste Kraft in der Opposition"

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"Wir werden die Themen thematisieren, die bislang im Bundestag nicht besprochen worden sind", sagte AfD-Vizechefin und EU-Abgeordnete Beatrix Storch.

Die erste Sorge mag nach über 70 Jahren Frieden in Europa überraschen - 58,2 Prozent fürchten vor allem eines: neue Kriege (Frauen: 60,8/Männer: 54,5).

Angela Merkel soll Kanzlerin bleiben, so weit, so wenig überraschend. Sie wird mit Jubel begrüßt. Man brauche aber nicht drumherum zu reden, dass man sich ein besseres Ergebnis gewünscht hätte.

"Hinter uns liegt eine außerordentlich herausfordernde Legislaturperiode, wir haben unser strategisches Ziel erreicht, gegen uns kann keine Regierung gebildet werden".

Die Direktkandidaten der Parteien kandidierten in 299 Wahlkreise. Die Grünen legten überraschend zu, auch die Linke konnte ihr Ergebnis leicht verbessern.

Bittere Verluste für die bisher größeren Parteien SPD und CDU, grandiose Erfolge für die bisher kleineren Oppositionsparteien FDP und AfD und eine mögliche Doppelklatsche für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD): Dieses Ergebnis zeichnete sich am Sonntagabend für die Berliner Parteien bei der Bundestagswahl nach Auszählung von gut 40 Prozent der 2439 Wahlbezirke ab.

FDP-Chef Christian Lindner sagte auf der Abschlusskundgebung in Düsseldorf unter Verweis auf eine Umfrage mit weit knapperem Ergebnis, "ein Prozentpunkt entscheidet, wer dritte Kraft wird in diesem Land". Gauland weiter: "Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen". Wolfgang Kubicki (FDP) kritisierte die Ankündigung der SPD, in die Opposition zu gehen.

Der Spitzenkandidat der SPD, Martin Schulz, hatte sich bis zuletzt bemüht, Zuversicht auszustrahlen. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 75 bis 76,5 Prozent - deutlich höher als noch vor vier Jahren (71,5 Prozent). Das ist ein Rekordverlust für die Konservativen. Sie habe "einen Wahlkampf geführt, der skandalös war" und habe damit die AfD gestärkt. In der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen gingen 13 Prozent aller Stimmen an die Liberalen.

Angela Merkel dürfte es wie ein Déjà-vu vorgekommen sein, als der unterlegene Herausforderer Martin Schulz in der "Elefantenrunde" von ARD und ZDF auf sie losgeht.

Die Alternative für Deutschland (AfD) erreicht bei der Bundestagswahl 2017 laut INSA aktuell 13 Prozent und würde als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen.

Damit hat die Union im Vergleich zum Vorjahr -9% erzielt, die SPD -5,7%, die Linke bei +0,4%, Grünen 1,1%, FDP 5,7%, AfD +8,8.

Laut Infratest dimap (ARD), die von einer größeren Zahl sogenannter Überhang- und Ausgleichmandaten ausgehen kommt die CDU/CSU auf 239, die SPD auf 150, die AfD auf 94, die FDP auf 77 und Grüne und Linke auf je 65 Sitze.

Seit 2013 wird Deutschland, wie schon von 2005 bis 2009, von einer grossen Koalition aus CDU/CSU und SPD regiert.

Dem hingegen ist ein Dreier-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen rechnerisch nach wie vor möglich.

Die Prognosen basieren auf Befragungen von Wählern nach der Stimmabgabe. Mit ersten Hochrechnungen, die auf bereits ausgezählten Stimmen basieren, wird in Kürze gerechnet. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird für die Nacht zum Montag erwartet. Damals fiel die Wahl zum Bundestag mit der zum neuen Landtag zusammen.

■ Die neuesten Entwicklungen und Einschätzungen finden Sie im Liveblog zur Bundestagswahl. Erst nach deren Abschluss stünde im Bundestag die Kanzlerwahl an. Sie ziehe einen relativ großen Teil der Wähler, die für die Koalitionsbildung benötigt werden, auf sich und erzeuge damit erst die Koalitionsbildungsprobleme. Und dennoch wird es die wiedergewählte Bundeskanzlerin Angela Merkel (63) schwer haben.

Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel lehnt nach der krachenden Niederlage seiner Partei eine Neuauflage von Schwarz-Rot im Bund ab.

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