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Polizei nimmt Drohung der Lebensmittelerpressung "sehr ernst"

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Erpresser droht mit vergifteten Lebensmitteln

In Supermärkten in Friedrichshafen am Bodensee wurde vergiftete Babynahrung gefunden. Es sei jedoch falsch, sich nur auf Babynahrung zu konzentrieren. Die Polizei gehe davon aus, dass der Mann korrekte Angaben zur Zahl betroffener Produkte gemacht hat. Es sei davon auszugehen, dass der Täter "sehr skrupellos" sei. Welche Lebensmittelkonzerne und Drogerieunternehmen betroffen seien, sagte Stürmer nicht. Und, so hieß es in dem Erpresser-Schreiben: Er habe in einigen Geschäften bereits Gift in Babynahrung gemischt. Es sei gedroht worden, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger bei einer Pressekonferenz in Konstanz. Während die Ermittler mit Hochdruck nach dem Erpresser fahnden, sind Verbraucher verunsichert, ob die Produkte im Supermarkt unbedenklich erworben und verzehrt werden können. Der Täter fordert demnach mehr als 10 Millionen Euro von großen Ketten wie Aldi, Lidl, Rewe, Edeka.

Als Schadstoff bei der Lebensmittelerpressung ist den Behörden zufolge Äthylenglykol verwendet worden.

Petra Mock vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg riet auf der Pressekonferenz darum zu erhöhter Aufmerksamkeit. Bereits 30 Milliliter Ethylenglycol seien für Erwachsene gesundheitsgefährdend. Laut Polizei will er in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland nicht näher benannte Produkte deponieren, die mit einer unter Umständen tödlich wirkenden giftigen Substanz in flüssiger oder fester Form kontaminiert sind.

Aktuell sucht die Polizei mit einem Video und Fotos, die in dem betroffenen Markt in Friedrichshafen aufgenommen worden sind, nach einem Verdächtigen. Auf den Aufnahmen trägt er eine Brille und eine weiße Mütze. Der unbekannte Mann will Handelskonzerne zur Zahlung eines Millionenbetrags nötigen.

Die Polizei in Konstanz bittet um Unterstützung. Dennoch sollten Verbraucher auf manipulierte Waren achten und bei einem Verdachtsfall die Marktleitung und die Polizei informieren.

Es bestehe aber kein Grund zur Panik, sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. Es wurde eine Sonderkommission "Apfel" mit rund 220 Ermittlern gegründet. Stellen Verbraucher zu Hause eine Manipulation von Verpackungen fest, können diese beim Ladengeschäft oder bei jeder Polizeistelle abgegeben werden. "Ordnungsgemäß verpackte Lebensmittel in Glasverpackungen haben üblicherweise einen Deckel, der nach innen gewölbt ist aufgrund des Vakuums", so Mock.

Im Zusammenhang mit einer bundesweiten Erpressung verschiedener Konzerne haben die Behörden vor vergifteten Nahrungsmitteln gewarnt.

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