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Nach mutmaßlicher Rassismus-Mail: Gauland unterstellt üble Kampagne

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Rassismus: Angebliche Weidel-Mail aufgetaucht

Sollte die umstrittene E-Mail aber tatsächlich von ihr stammen, worauf die "Welt am Sonntag" beharrt, wäre es nicht einfach für sie und die AfD, das zu verharmlosen. Die AfD-Spitzenkandidatin will aber nicht Urheberin der Mail zu sein.

Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sorgt erneut für Schlagzeilen. Die AfD bestreitet in Weidels Namen, dass sie die Autorin ist.

Der Zeitung liegen nach eigenen Angaben eine eidesstattliche Versicherung und weitere Aussagen vor, aus denen hervorgehe, dass Weidel den Text verfasst habe.

"Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden", zitiert die "Welt am Sonntag" aus der Mail.

Die Mitglieder der Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werden in der E-Mail als "Schweine" und "Marionetten der Siegermächte" des Zweiten Weltkriegs tituliert.

"Die Mail macht deutlich, wie tief der Rassismus und die Ablehnung der Demokratie in der AfD verankert sind", sagte der Vize-Fraktionschef der Linken im Bundestag, Jan Korte, der FR. Es sei "eine Fälschung". Der Empfänger der Mail führte gegenüber der Zeitung unter anderem zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Mail in der Betreffzeile auf ein Gespräch mit ihm beziehe und wie bei Weidel damals üblich von "Lille "unterzeichnet sei". Die Unterschrift "Lille" - das war laut dpa ihr Spitzname.

So soll der Empfänger des Briefes gegenüber der Zeitung versichert haben, dass Weidel die Verfasserin sei.

Linksparteichef Bernd Riexinger schrieb dazu im Internet auf Twitter: "Wir müssen verhindern, dass diese Nazis und Rassisten in den nächsten Bundestag einziehen".

Ups, diese Mail war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer fragte: "Biederfrau als Brandstifter?" Sie sei besonders für die "Brandstiftung" verantwortlich, die von ihrer Partei ausgehe: "Mit Leuten wie Dir wird die AfD wirklich gefährlich". Auch AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland wies die Berichte über Weidel scharf zurück. "Diese E-Mail ist nicht ihre Sprache, passt gar nicht zu ihr", sagte Gauland der "Bild"-Zeitung".

"Zwei Wochen vor der Bundestagswahl werde ich wirklich nicht über jedes absurde Stöckchen springen, dass man mir hinhält und diese plumpe Kampagne auch noch selbst befeuern". "Hinter der pseudo-bürgerlichen Fassade von Frau Weidel verbirgt sich die erschreckende Ideologie einer Reichsbürgerin", sagte er der "Welt"(Online). Scheuer weiter: "Die AfD von Gauland, Höcke, Meuthen und Weidel ist in Wahrheit eine Lügenpartei, die die deutsche Staatsordnung ablehnt und bekämpft".

Der Artikel wurde um 13.03 Uhr aktualisiert.

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