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Kanzlerkandidat Schulz will die AfD vom Verfassungsschutz beobachten lassen

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Martin Schulz während seiner Ansprache im Willy-Brandt-Haus in Berlin die live im Internet übertragen wurde

DüsseldorfSPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will die Verfassungsschützer wegen extremistischer Tendenzen in der AfD in die Pflicht nehmen. Und weiter: "Die Spitze der AfD ist rassistisch".

BfV-Chef Hans-Georg Maaßen erklärte bislang stets, dass dafür die Voraussetzungen fehlten.

Werde die AfD am 24. September tatsächlich die Fünfprozenthürde überspringen, sollen die Parteien im Bundestag mit ihr aufmerksam parlamentarisch umgehen, mahnt der SPD-Vorsitzende.

"Die Geschäftsordnung des Bundestages gilt auch für die AfD. Aber es wäre fatal, im Parlament mit ihr zusammenzuarbeiten - so wie es die CDU ja bereits im Landtag von Sachsen-Anhalt getan hat", führt Schulz aus. "Ich habe im Europäischen Parlament mit solchen Leuten meine Erfahrungen gemacht". Und dafür stellt ihr mir noch einen Dienstwagen zur Verfügung.

Dabei räumt Schulz ein, er wolle um AfD-Sympathisanten werben - ihnen müsse man zuhören. Man könne die Leute, die sich zur AfD hingezogen fühlen, auch zurückgewinnen. "Da gibt es kein Vertun". Während die SPD in einer aktuellen Umfrage nur noch bei 20 Prozent steht, konnte Schulz in seinen persönlichen Werten den Abstand zu Kanzlerin Angela Merkel deutlich verringern.

Es gebe viele Ideologien in der Bundesrepublik, führt Schulz aus. "Aber es gibt es auch viele Stille im Land, die denken, ich wähle die jetzt mal, um ein Signal zu setzen".

Bundesjustizminister Heiko Maas sieht die AfD auf dem Weg zur neuen politischen Heimat von Neonazis. Unten im Ranking stehen die AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland. Bei einem Treffen der AfD-Rechtsaußen-Gruppe "Der Flügel" hatte er Anfang September zudem verlangt, einen Schlussstrich unter die Bewältigung der NS-Vergangenheit zu ziehen und wieder "stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen".

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