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Frauke Petry gründet "Die Blauen"

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Was ist von einer AfD im deutschen Bundestag zu erwarten

Dabei wird auch eine erste Klärung erwartet, ob es unter den 93 verbliebenen AfD-Parlamentariern weitere gibt, die sich wie Petry abspalten wollen.

Weidel sagte vor der konstituierenden Sitzung der Bundestagsfraktion in Berlin, bisher seien keine Abwanderungstendenzen unter den neuen Abgeordneten zu erkennen. Auch die neusten Rücktrittsmeldungen aus Dresden und Düsseldorf sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Dem WDR sagte er: "Was mich zum Austritt aus der Partei und damit auch aus der Fraktion bewegt, ist eine Entwicklung der AfD, die ich etwas anders einschätze als unter anderem auch meine beiden Kollegen hier". Ihr Bundestagsmandat will sie trotzdem behalten.

Petry begründete ihren Schritt damit, dass sie "Realpolitik im guten Sinne einer konservativen Politik machen" wolle. Petry hatte angekündigt, nicht der AfD-Fraktion angehören zu wollen.

Einen wirklichen Grund dafür nannte sie nicht, vielmehr ging sie auf den grundsätzlich gespaltenen Kurs der Partei ein: Sie plädiere für eine "Regierungsübernahme im Jahr 2021", denn die 13 Prozent seien noch keine Trendwende; das kann aber auch als Attacke gegen den Rechtskurs der beiden Spitzenkandidaten verstanden werden.

Welche Pläne haben Frauke Petry und ihr Mann Marcus Pretzell? Gedeon sitzt als fraktionsloser Abgeordneter im Landtag.

Am Mittwoch trifft sich die Fraktion zu einer weiteren Sitzung.

Frauke Petry, Uwe Wurlitzer und Kirsten Muster (v.r.n.l.) bei der Verkündung ihres Rückzugs aus der Fraktion. Nach eigenen Angaben wollen die vier Angeordneten aber in der Partei bleiben. Da war aber überhaupt kein Streit zwischen Frauke Petry und mir.

Am Dienstag hatte der bisherige Landes- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen seinen Austritt aus der AfD angekündigt. Im ZDF sagte er, es gebe "derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen". Er sei ihr "dankbar, dass sie diesen Weg geganen ist". "Die AfD wird es aufgrund ihrer Zerrissenheit nicht schaffen, sich auf Dauer als politische Kraft rechts von der Union zu etablieren", sagte er der Oldenburger "Nordwest-Zeitung". Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg begrüßte Petrys Schritt: "Wer Alleingänge machen möchte, sollte das außerhalb der AfD tun", sagte das AfD-Vorstandsmitglied vom rechtsnationalen Flügel in Magdeburg. Bereits 2015 gab es in der Partei einen Bruch mit Parteigründer Bernd Lucke, nun könnte eine zweite Spaltung anstehen.

Dass Petry eine eigene Partei gründen könnte, passt ins Bild.

Er halte nicht viel von Parteiausschlussverfahren: "Es ist gut, dass sie das Problem jetzt auf diese Weise gelöst hat".

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