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Wirtschaft

Bei Thyssen brennt die Hütte - Proteste gegen Stahlfusion

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Thyssenkrupp in Duisburg Stahlkocher stoppen Produktion vor Großdemo

"Der Vorstand hat heute den Aufsichtsrat über die Inhalte des Memorandum of Understanding mit Tata zur Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures der europäischen Stahlaktivitäten informiert", teilte der Konzern mit. Auch eine Verlagerung des Stahl-Unternehmenssitzes in die Niederlande dürfe nicht über den Kopf der Belegschaft entschieden werden. Alternativen würden nicht geprüft.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) forderte die Vorlage von "Zahlen und keine Geheimniskrämerei". Die Standorte in Deutschland müssten erhalten und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. "Eine Unternehmensentscheidung von solcher Tragweite für die Region, die Beschäftigten und den Stahlstandort Deutschland braucht die Akzeptanz bei allen Betroffenen und vor allem die Akzeptanz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", sagte Zypries dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Es liegt noch ein schwerer Weg vor uns", sagte er. "Der Auftakt ist gut, aber demnächst kommen wir näher an Essen ran".

Für den Freitag haben Betriebsrat und die deutsche Gewerkschaft IG Metall zu einer Großdemonstration im nahegelegenen Bochum aufgerufen, zu der mindestens 5.000 Teilnehmer erwartet werden. "Eine Lösung ohne Arbeitnehmer ist keine Lösung".

Die Anlagen würden mit Beginn der Frühschicht heruntergefahren, kündigte ein Sprecher des Betriebsrats in Duisburg an.

Der Konzern hatte am Mittwoch eine Absichtserklärung für eine Fusion der Thyssenkrupp-Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata veröffentlicht. Hiesinger hatte bereits angekündigt, dass im Zuge der Zusammenlegung 2000 Stellen bei Thyssenkrupp entfallen, je zur Hälfte in der Produktion und der Verwaltung. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger begründete den Schritt mit großen Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt.

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