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Yingluck Shinawatra aus Thailand geflohen

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Noch vor Beginn des letzten Prozesstags hatten sich tausende Unterstützer von Thailands früherer Regierungschefin Yingluck vor dem Gebäude versammelt

Sie habe das Land verlassen, sagte ein Vertreter ihrer Partei. Damit untermauerte er entsprechende Gerüchte, die auch von Personen, die der Familie nahestehen, bestätigt wurden. Demnach floh sie über das Nachbarland Kambodscha nach Singapur. Ihr Fernbleiben vor Gericht hatte Yinglucks Anwalt damit erklärt, dass seine Mandantin krank sei. Nach Angaben des Gerichts fehlte jedoch ein ärztliches Attest, weshalb ihr der Richter nicht glaube, krank zu sein. Da Yingluck nicht vor Gericht erschien, wurde über ihren Verbleib spekuliert. Ihr Anwalt Norawit Lalaeng sagte der dpa: "Ich weiß nicht, wo sich Yingluck befindet".

Bangkok. In Thailand hat das Oberste Gericht kurz vor der Verkündung eines Urteils im Korruptionsverfahren gegen die ehemalige Ministerpräsidentin des Landes einen Haftbefehl gegen Yingluck Shinawatra erlassen.

Die Anklage wirft der 50-Jährigen vor, dem Staat mit Subventionen für den Reisanbau - Grundnahrungsmittel in Thailand - Verluste in Milliardenhöhe verursacht zu haben. Hinter dem Subventionsprogramm stand die Hoffnung der Regierung, durch die Hortung von Reis den Weltmarktpreis in die Höhe zu treiben. Im Raum steht ein Schaden zwischen vier und 17 Milliarden US-Dollar - umgerechnet bis etwa 14,5 Milliarden Euro.

Der Politikerin drohten bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis und ein lebenslanges Verbot der politischen Betätigung.

Der Putsch war der Höhepunkt eines Jahrzehnts politischer Turbulenzen seit dem Sturz von Yinglucks Bruder, des ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, durch die Armee im Jahr 2006. Im Mai setzte das Verfassungsgericht sie ab.

Die Regierung unter Yingluck kaufte rund zehn Millionen Tonnen Reis auf. Yingluck hat in dem südostasiatischen Königreich immer noch eine große Anhängerschaft, vor allem in ärmeren Schichten der Bevölkerung. Das Gebäude wurde von mehreren Hundertschaften der Polizei abgeriegelt. Deshalb hatten die thailändischen Behörden befürchtet, dass es bei einem Schuldspruch zu Krawallen kommen könnte. Kurz darauf übernahm das Militär die Macht.

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