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Umfrage: Schulz wird beliebter - die SPD nicht

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CDU SPD Martin Schulz Kanzlerin Angela Merkel

Deutschland im Sommer 2017: Die Bürger erleben einen Wahlkampf, der wie weichgespült wirkt.

So ist im Moment noch das Beste für Schulz, dass erst in vier Wochen gewählt wird. Er wirkt aggressiv und wird auch persönlich.

Berlin SPD-Chef Martin Schulz schaltet um in den Attacke-Modus.

Der CDU-Politiker hob hervor, dass auch für die CDU die Bildungspolitik "natürlich ein wichtiges Thema sei".

Die Interviews waren aufgezeichnet, und Schulz startete mit dem Handicap, dass die Merkel-Sendung im ZDF nach der seinen in der ARD aufgezeichnet wurde. Und die SPD will die Chance nutzen, "die Kanzlerin endlich zu packen - da muss sie raus aus der Airforce One". Dessen Vorwurf der Abgehobenheit lässt sie lächelnd abtropfen: Sie habe einen Eid geleistet, dem Wohl des deutschen Volkes zu dienen. Er spricht damit etwas an, was viele Menschen im Land umtreibt. "Der Bund darf nicht an den Schultoren stehenbleiben", so Schulz. Wenn schon, dann vielleicht in Jahrzehnten. Sagt Schulz nicht manchmal "Siggi, jetzt reicht's?". Acht Jahre lang war auch seine Partei in Regierungsverantwortung im Bund. "Und dann schau'n wir mal". Es ist Tag der offenen Tür, die Gastgeberin empfängt etliche Besucher und plaudert gut gelaunt mit dem Fußballer Sami Khedira. "Wir werden nur weiter im Wohlstand leben können, wenn wir über den Tellerrand schauen", sagt Merkel. Auch hob der CDU-Politiker hervor, dass dem zuständigen Ministerium derzeit gar nicht so viel Geld zur Verfügung stünde wie Schulz ausgeben möchte. Im ZDF-Sommerinterview am Sonntagabend attackierte der sozialdemokratische Kanzlerkandidat Martin Schulz die amtierende Bundeskanzlerin in innen- und außenpolitischen Fragen von rechts. Allerdings haben sich schon einige Merkel-Widersacher mit dieser Strategie eine blutige Nase geholt. Damit solle der Weg freigemacht werden für mehr Investitionen des Bundes in Schulen und Kindertagesstätten. Auch der Grünen-Bildungsexperte Özcan Mutlu stellte sich hinter die Forderungen nach mehr Bildungsinvestitionen und eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Konkret bedeutet das, dass Kita- und Ganztagsgebühren abgeschafft werden sollen, außerdem die Gebühren für die Ausbildung in sozialen Berufen und für Fortbildungen zum Meister oder Fachwirt.

Schwieriger als das Schattenboxen mit Schulz ist für Merkel der Umgang mit den Wutbürgern. Machen sich da zwei SPD-Alphatiere den Markt der Aufmerksamkeit streitig?

Jeder weiß, wie verlogen Schulz Gefasel von Demokratie und Menschenrechten ist.

Auch andere Genossen schießen quer. Doch die SPD ist jetzt knapp vier Wochen vor den Wahlen ausgerechnet mit dem sperrigen Thema Kooperationsverbot noch einmal in die Offensive gegangen. Opposition ist immer das Schlechteste. Daher verstehe es sich von selbst, dass sie im Wettbewerb mit dem SPD-Chef stehe. Denn Schulpolitik ist Ländersache, auf Bundesebene kann man damit nicht punkten.

Auch die Forderung nach weniger Föderalismus in der Bildungspolitik bekräftigte Martin Schulz in seiner Rede. Die von den Umfrageinstituten befragten Deutschen kennen keine Gnade mit ihm.

FDP, Grüne und Linke haben bereits Zustimmung zu einer Grundgesetzänderung signalisiert, die Union lehnt die Pläne dagegen ab. Die Umfragen zeigten auch, dass noch fast jeder zweite Wähler unentschieden sei, sagte er.

Das beweist zweierlei: Erstens eine erstaunliche Vergesslichkeit angesichts zahlreicher Patzer der Meinungsforscher in jüngerer Vergangenheit, als diese zum Teil erheblich daneben lagen. "An die Unentschiedenen will ich ran".

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