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Mindestens drei Todesopfer durch Hurrikan "Harvey" - Wiederaufbau wird Jahre dauern

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Ein Mann und eine Frau an einem Feldbett in einer Notunterkunft

Während der Regen in Houston aufhörte, prallte Sturm "Harvey" am Mittwoch zum zweiten Mal auf Land - dieses Mal an der Grenze zwischen dem Osten von Texas und dem Westen des Bundesstaates Louisiana. Auch gestern regnete es weiter, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Auch für die kommenden Tage werden sintflutartige Regenfälle erwartet. Dort weckten die Wettervorhersagen prompt Erinnerungen an den Jahrhunderthurrikan "Katrina", von dem Louisiana im August2005 heimgesucht worden war.

Nach einer vorläufigen Bilanz kamen bis heute drei Menschen ums Leben, bis zu 14 erlitten Verletzungen. Bis in die Innenstadt Houstons hinein sind Straßen unpassierbar, nach Behördenangaben alle Autobahnen in der Umgebung überschwemmt.

Trotz allem - oder gerade deswegen - präsentiert sich Trump seit Tagen als Optimist. Die Stadt öffnete öffentliche Gebäude als Notunterkünfte. Damit sollen nach Angaben der Polizei und der Stadtverwaltung Plünderungen und Raubüberfälle verhindert werden.

Tropensturm "Harvey" setzt Texas weiter unter Wasser - Besserung ist nicht in Sicht. Experten gehen davon aus, dass einige Teile der betroffenen Region in einer Woche so viel Regen erhalten könnten wie sonst im ganzen Jahr. Darunter befindet den Berichten nach ein Polizist aus Houston, der am Sonntag auf dem Weg zur Arbeit von den Fluten erfasst worden sei. Bereits in der Vergangenheit hatten Klimaexpertender US-Wetterbehörde NOAA immer wieder darauf hingewiesen, dass mit wärmerem Meerwasser auch die Gefahr durch Hurrikans zunehmen wird, weil insbesondere die starken Wirbelstürme noch häufiger und noch heftiger werden. New Orleans' Bürgermeister forderte die Einwohner auf, in ihren Häusern zu bleiben. Polizeichef Art Acevedo sagte, es gebe bewaffnete Diebe, die die Katastrophe ausnutzten. Das meldet das Nationale Hurrikanzentrum in den USA. Über dem Golf von Mexiko nahm der Sturm dann erneut Feuchtigkeit auf und drehte dann Richtung Louisiana.

Präsident Donald Trump will an diesem Dienstag das Überschwemmungsgebiet in Texas besuchen. "Es ist historisch, es ist episch, aber ich sag's euch: Es ist in Texas passiert - und Texas kommt mit allem klar", sagte er am Dienstag (Ortszeit) in der vom Hurrikan verwüsteten Stadt Corpus Christi. "Sie werden bekommen, was sie brauchen, und es wird schnell gehen", so Trump. Spekulationen darauf trieben die Benzinpreise hoch. Der US-Future stieg um 6,6 Prozent auf 1,90 Dollar (1,6 Euro) je Gallone (3,8 Liter). In einer Pressekonferenz am Montag verkündete der Präsident: "Wir werden das überstehen". Merkel habe die Naturkatastrophe "mit großer Betroffenheit" aufgenommen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Am Wochenende hatte der US-Präsident bereits den Katastrophenfall für Texas ausgerufen.

Meteorologen zufolge stellte "Harvey" in Texas einen neuen Niederschlagsrekord für die USA auf. Das Konferenzzentrum von Houston, in dem mehr als 5000 Personen Unterschlupf gefunden haben, sei "nicht der Superdome", sagte Long in Anspielung auf die Football-Arena, in der "Katrina"-Opfer damals unter unmenschlichen Bedingungen hausten". Dies erfolge innerhalb der ständigen Zusammenarbeit mit der Fema. Sorgen bereitete eine bisher nicht funktionierende Großpumpe im Abwassersystem von new Orleans, die dem Bürgermeister zufolge aber inzwischen repariert worden ist.

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