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Eskaliert der Nordkorea-Konflikt?

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Nordkorea droht mit Angriff mit ballistischen Raketen auf Guam

Mit den USA sei kein "vernünftiger Dialog" möglich, da Präsident Donald Trump "bar jeder Vernunft" sei, sagte der nordkoreanische General Kim Rak Gyom. Im Hintergrund soll es jedoch weiterhin geheime diplomatische Kontakte zwischen den Ländern geben.

Wie nahe die USA an einem Militärschlag gegen Nordkorea sind, ist freilich schwer zu sagen. Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua verurteilte den verbalen Schlagabtausch zwischen den USA und Nordkorea scharf.

Aber es ist auch denkbar, dass Trumps scharfe Worte kein Gepluster waren, sondern tatsächlich eine politisch-militärische Absichtserklärung des Präsidenten: Die USA werden sich von Nordkorea nicht weiter durch Raketen- und Atomwaffentest bedrohen lassen. Er räumte jedoch ein, grundsätzlich auch zu Verhandlungen bereit zu sein. Der Kriegsplan aus Washington sei bisher die "beste aller schlechten Optionen". Von seinem Golfklub in New Jersey aus, wo der Präsident einen dreiwöchigen Urlaub verbringt, sprach er ohne vorherige Absprache mit seinen Militärberatern wüste Drohungen gegen Pjöngjang aus.

Trump hatte am Dienstag damit gedroht, mit "Feuer und Wut" auf Provokationen aus Nordkorea zu reagieren. Einsatzpläne für einen Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam sollen bald vorliegen. Und auch vom internen Ziel, den störrischen Diktator Kim Jong Un zu Gesprächen zu bewegen, scheint Trump weiter entfernt denn je. Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein.

Am Freitag dann erklärte er die "militärische Lösung" für "vollständig vorbereitet". Ohne Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un beim Namen zu nennen, sagte Trump: "Er hat die Welt lange genug herumgeschubst". "Deutschland wird hier bei den Lösungsmöglichkeiten, die wir sehen, nicht-militärischer Art dabei sein", sagte Merkel.

Nordkorea spottete über Trumps Kriegsrhetorik. ZITAT

"Es braucht keine weitere Beschreibung außer dem Fakt, dass es eine Katastrophe wäre."
Pjönjang sieht diese Übungen als Bedrohung. Welche Ergebnisse er meinte, liess Mattis offen. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, während die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir halten das für den falschen Weg, und mit der SPD in der Regierung wird es das nicht geben", sagte er.

In dem Konflikt von 1950 bis 1953 hatten die USA auf der Seite Südkoreas gegen den Norden der Halbinsel gekämpft. Solange das aber nicht erreicht sei, würden die USA die stärkste und schlagkräftigste Atommacht bleiben. Auch der pazifische Sicherheitspakt ANZUS zwischen Australien, Neuseeland und den USA bedeute lediglich eine "Verpflichtung zur Konsultation", sagte die Außenministerin weiter.

In südkoreanischen Medien wurden am Freitag Rufe nach eigenen Atomwaffen laut. Das Vertrauen in den nuklearen Schutzschild der USA sei nicht unerschütterlich, schrieb der Korea Herald. Einen Umsturzversuch der USA und Südkoreas in Nordkorea werde das Land aber verhindern, heißt es in der chinesischen Zeitung "Global Times". Der Bericht der "Washington Post", laut dem die Nordkoreaner nun fähig sind, eine kompakte Atombombe per Rakete in ein fernes Ziel zu befördern, ist also mit einiger Ungewissheit belastet. AP beruft sich auf nicht näher genannte Insider bei der Regierung und andere Personen, die über den Vorgang informiert worden seien.

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