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Ermittler kappen Darknet-Portale für Drogen- und Waffenschmuggel

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Seite eines Darknet-Shops der eine Maschinenpistole verkauft | Bild

Es handele sich um "eine der ausgefeiltesten Ermittlungen im Bereich Cyber-Crime in der Kriminalgeschichte", so Europol-Direktor Rob Wainwright. Wie US-Justizminister Jeff Sessions am Donnerstag mitteilte, waren auf den Websites AlphaBay und Hansa im versteckten Teil des Internets, der über normale Suchmaschinen nicht zugänglich ist, tausende Händler weltweit mit mehr als 200.000 Kunden verbunden. Ein 31-Jähriger aus Köln und ein 30-Jähriger aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein - ebenfalls in Nordrhein-Westfalen - befänden sich seit 21. Juni in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen hätten zur Identifizierung dutzender Krimineller in Bereich der organisierten Kriminalität geführt.

Der US-Justizminister wertete den Ermittlungserfolg als klares Signal an die Betreiber und Interessenten, dass sie "entdeckt werden, ihre Organisationen und Netzwerke zerschlagen werden und wir sie strafverfolgen". Am Donnerstag sei das Portal schließlich abgeschaltet worden. Darunter waren harte Drogen wie Heroin. Das Opioid wird medizinisch bei der Behandlung schwerer Schmerzen eingesetzt.

Dort wurden den Behörden zufolge Drogen, Falschgeld, gefälschte Dokumente, ausgespähte Kreditkartendaten und Internet-Kundenkonten verkauft. Es wird aber auch von Drogensüchtigen konsumiert und kann bei Missbrauch tödlich wirken. Bei Hansa handelte es sich den Angaben zufolge um die drittgrößte illegale Handelsplattform im Darknet.

Möglich wurde der Erfolg offenbar dadurch, dass die Ermittler den kanadischen Betreiber von Alphabay, Alexandre Cazes, Anfang Juli 2017 in Thailand ausfindig gemacht hatten. Dem FBI zufolge war AlphaBay zehnmal größer als die Plattform Silk Road, die bereits vor vier Jahren stillgelegt wurde. Damals habe das Portal rund eine Viertelmillion Angebote und Nachfragen für illegale Drogen und rund 100.000 Angebote für Waffen, gefälschte Dokumente und Waren und Computer-Schadprogramme verzeichnet, teilte das US-Justizministerium mit. Cazes wurde diese Woche tot in seiner Zelle gefunden, laut thailändischer Polizei beging er Suizid. Sie froren daraufhin erhebliche Vermögenswerte ein, die Cazes und seiner Ehefrau gehörten, darunter mehrere Luxusautos, Häuser und ein Hotel sowie Millionenwerte in der Internet-Währung Bitcoin.

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