fashionmagazin.org

International

Erdogan wirft Bundesregierung Spionage in der Türkei vor

Share
Erdogan zu Steudtner Agenten zerteilen mein Land

Recep Tayyip Erdogan äußerte sich vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP in Ankara. Doch die Zeiten einer unterwürfigen Türkei seien vorbei. Er kritisierte, dass eine diplomatische Krise ausgelöst werde, wenn Menschen in der Türkei wegen Spionagetätigkeiten festgenommen würden, die gesellschaftliches Chaos zum Ziel hätten. Zudem soll geprüft werden, ob die Exportbürgschaften für deutsche Lieferungen in die Türkei ausgesetzt werden. Die Bundesregierung weist das zurück. Die Zeitung schrieb, in Deutschland würden kranke Türken nicht behandelt, türkische Arbeiter würden entlassen, Wohnungen würden nicht mehr an Türken vermietet. Deutschland müsse in Kauf nehmen, "selber einen viel höheren Preis zu bezahlen". Bereits kurz nach der Festnahme hatte Erdogan die Menschenrechtler in die Nähe von Putschisten gerückt.

Unterdessen druckte die regierungsnahe islamische Zeitung Yeni Akit einen Beitrag auf dem Titel, auf der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "schlimmer als Hitler "genannt wurde". Damit bezog er sich offenbar auf den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner, der in einem Hotel verhaftet worden war. Zusammen mit Steudtner waren ein schwedischer und acht türkische Menschenrechtler festgenommen worden.

Die Beziehungen zwischen den NATO-Partnern haben sich seit den Inhaftierungen in der vergangenen Woche drastisch verschlechtert.

Die Zeitung "Star" unterstellt der Bundesregierung, sie habe von dem geplanten Aufstand der Menschenrechtler gewusst. Das Blatt berichtete, das deutsche Generalkonsulat habe mithilfe eines Computerprogramms jeden Schritt des Seminars verfolgt, das die Polizei dann stürmte. Tatsächlich handelt es sich um die elektronische Krisenvorsorgeliste "Elefand", in die sich Deutsche im Ausland bei ihren Botschaften freiwillig eintragen können. Gemeinsam mit Schweden sei eine Protestnote verfasst worden, die nach Ankara geschickt werde, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Mit Überwachung habe das nichts zu tun. Die Regierung setze sich mit aller Kraft dafür ein, dass die derzeit neun inhaftierten Deutschen in der Türkei nicht zu Geiseln der türkischen Regierung würden. Der Präsidentensprecher kritisierte zugleich "die Besessenheit der deutschen Medien mit Erdogan".

Share