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Drei Tote am ersten Tag des Generalstreiks

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Wunsch nach freien Wahlen

Der erste Tag des Generalstreiks der Opposition in Venezuela ist von tödlicher Gewalt überschattet worden. Demonstranten lieferten sich erneut schwere Straßenschlachten mit Sicherheitskräften.

Während des von der Opposition ausgerufenen Generalstreiks sind in Venezuela zwei Menschen getötet worden. 13 Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) riefen Maduro in einer gemeinsamen Erklärung auf, die Verfassungsreform auszusetzen. In der Hauptstadt Caracas starb ein 16-Jähriger an Schussverletzungen, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch laut der Tageszeitung "El Nacional" bekanntgab. Über die Todesumstände machte sie keine Angaben. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Maduro vor fast vier Monaten erhöhte sich somit auf 105.

Wegen des Generalstreiks waren am Mittwoch die Straßen in Caracas menschenleer und Geschäfte geschlossen. Außerdem errichteten Einwohner Barrikaden und forderten auf Spruchbändern ein "Ende der Diktatur". Ohnehin reisen täglich tausende Venezolaner in das Nachbarland, um einzukaufen oder um gleich dort zu bleiben. Maduro hat bereits angekündigt, sein Sozialismusprojekt auch mit Waffengewalt verteidigen zu wollen. Präsident Nicolás Maduro erklärte den Ausstand hingegen für gescheitert.

Für morgen plant die Opposition in Caracas einen Protestmarsch. Am Sonntag sollen die 545 Mitglieder einer Verfassungsgebenden Versammlung gewählt werden. Seine Gegner werfen ihm vor, er wolle das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen, um sich "diktatorische Vollmachten" zu sichern. Schlangen und im Müll nach Essen suchende Menschen prägen das Bild im einst reichsten Land Südamerikas. Die EU ermahnte Maduro eindringlich, zur Lösung der Krise mit der Opposition in Verhandlungen zu treten. Die Opposition macht ihn für die Wirtschaftskrise im ölreichen Venezuela verantwortlich, die sich durch den Fall des Preises für Erdöl auf dem Weltmarkt verschärft hat. In den Geschäften des Landes fehlt es mittlerweile am Nötigsten. Betroffen sind demnach 13 Personen.

Durch die am Mittwoch verhängten Strafen werden mögliche Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren. Maduro bezeichnete die Strafmaßnahmen als "unverschämt". Sie äußerte sich besorgt über "die Menschenrechtsverletzungen und die exzessive Gewalt" in dem südamerikanischen Land.

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