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Berlins Erzbischof: Meisner sicherte kirchliche Einheit der Stadt

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Meisner während der Antonius Wallfahrt in Worbis
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Darin forderten er und die drei anderen Franziskus-Kritiker im September vorigen Jahres Aufklärung über das päpstliche Schreiben über Familie und Liebe, "Amoris Laetitia".

Das Erzbistum Köln hat für den verstorbenen Kardinal Joachim Meisner ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet. "Seine" Referenz-Größen waren natürlich der heiliggesprochene polnische Papst Johannes Paul II., sein Entdecker und großer Förderer, und Benedikt XVI. 1995 berief ihn Johannes Paul II.in die römische Bischofskongregation. "Die Kirche in Deutschland hat er über Jahrzehnte markant mitgeprägt", so Bischof Oster. 1962 empfing er die Priesterweihe.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte den ehemaligen Berliner Bischof als "prägende Persönlichkeit der katholischen Kirche". Und: "Kardinal Meisner hat die katholische Kirche hier in Köln und in der Region in seiner langen Amtszeit und bis heute sehr geprägt".

In Köln, seiner vierten "Heimat", kämpfte er seitdem nicht mehr gegen staatlich verordneten Atheismus, sondern gegen die Gottvergessenheit in einer konsumorientierten Welt.

Wenn es aber etwas zu bewegen galt, dann mit ganzer Kraft: Mit wegweisenden Projekten wie dem spektakulären Diözesanmuseum Kolumba, der Beheimatung neuer geistlicher Bewegungen oder auch dem Auf- und Ausbau der Domsingschule rüstete sich das Erzbistum in der Ära Meisner für die Zukunft. Scharf wandte er sich gegen Versuche, aktive Sterbehilfe zu erlauben: "Der Mensch soll an der Hand des Menschen sterben, nicht aber durch seine Hand". Februar 2014 nahm Papst Franziskus Meisners Rücktrittsgesuch an.

Das Domradio in Köln vermeldete als erstes seinen Tod. Später seien seine Vorbehalte aber "weggeschmolzen", bekundete der Kardinal Verständnis für die körperliche Schwäche Benedikts. Meisner wurde am 25. Dezember 1933 in Breslau geboren. Als betont konservativer Erzbischof von Köln sorgte er immer wieder für Konflikte: Er ließ nie Zweifel aufkommen, dass er sich als Hüter der "reinen Lehre" sieht - dieses Selbstverständnis brachte dem Ex-Bischof von Berlin die Bezeichnung "Gottes bester Panzer" ein.

Beim Weltjugendtag in Köln 2005 legte er eine geradezu glühende Zuneigung und Verehrung für den deutschen Papst an den Tag und freute sich wie ein Kind, dass dem vormals als "Panzerkardinal" und "Großinquisitor" apostrophierten Kardinal Joseph Ratzinger in seiner neuen Rolle die Menschen - und insbesondere die Jugend - zujubelten.

Der letzte große öffentliche Auftritt: Joachim Kardinal Meisner bei der Fronleichnams-Prozession am 15. Juni. Die Kirche in Deutschland verliere einen gläubigen Katholiken, "der bis zuletzt Position bezogen hat zu seinen Überzeugungen und der sein Wissen und seine Kompetenzen viele Jahre in die katholische Kirche einbrachte", erklärte Marx.

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