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Berliner U-Bahn-Treter muss ins Gefängnis

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Berlin Zwei Jahre und elf Monate Haft für U-Bahn-Treter

Für seinen brutalen Fußtritt gegen eine junge Frau auf einer Berliner U-Bahn-Treppe muss der Angreifer für zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Sie erlitt eine Platzwunde am Kopf und einen Knochenbruch im Arm. Im Prozess hatte sie ausgesagt, sie habe monatelang unter dem Geschehen gelitten.

Der Angriff im Oktober 2016 im U-Bahnhof Hermannstraße hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Große Strafkammer des Landgerichts Berlin sprach den Angeklagten der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

"Die Bilder haben die Öffentlichkeit schockiert", sagte die Vorsitzende Richterin.

Bereits am vorherigen Prozesstag ließ der 28-Jährige Bulgare durch seinen Anwalt verlauten, dass er die Studentin tatsächlich die Treppe hinuntergetreten habe. Das habe das Sicherheitsgefühl der Allgemeinheit stark beeinflusst.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und neun Monate Haft gefordert. Das Gericht habe auf eine Einzelstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten erkannt. Er erklärte, sich nicht an die Tat erinnern zu können.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dieser war zu dem Schluss gekommen, dass S. mit einem Intelligenzquotienten von unter 70 Punkten vermindert intelligent sei, mithin geistig behindert.

Gutachter hatten S. als vermindert schuldfähig eingestuft, wegen des Missbrauchs von Alkohol und Drogen und einer hirnorganischen Störung, die durch einen Autounfall verursacht wurde.

S. leidet demnach unter einem Stirnhirnsyndrom, das seine Affektkontrolle beeinträchtigt.

Der Angeklagte Swetoslaw S.im Juni in Berlin mit einer Mappe vor dem Gesicht. Bei dem grundsätzlich friedfertigen Mann breche dadurch in bestimmten Momenten unkontrolliert aggressives Verhalten durch. Bei Svetoslav S. liege eine zwanghafte seelische Störung vor, sagte der Psychiater Alexander Böhle vor den Plädoyers. Dies hatte Forderungen nach verstärkter Videoüberwachung an öffentlichen Orten nach sich gezogen.

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