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Südtirolfreund Alois Mock (82) tot

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Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Der designierte ÖVP-Chef Sebastian Kurz zeigte sich in einer Aussendung tief erschüttert. Sein Wirken bei der Staatswerdung von Republiken wie Slowenien und Kroatien genauso wie das Durchschneiden des Eisernen Vorhangs sind heute Meilensteine Europäischer und Österreichischer Geschichte. Er verfolgte mit großer Beharrlichkeit das Ziel des österreichischen Beitritts zur EU, überreichte im Juli 1989 den Beitrittsantrag und krönte seine Laufbahn mit dem erfolgreichen Abschluss der Beitrittsverhandlungen 1994. Er hinterlässt Ehefrau Edith, mit der er über 50 Jahre lang verheiratet gewesen ist. Alois Mock wurde zu einer Symbolfigur der Überwindung der Trennung Europas und setzte sich konsequent für den Beitritt der zentral- und osteuropäischen Staaten zur EU ein. Als ÖVP-Chef und Vizekanzler sei er auf Konsens ausgerichtet gewesen und habe sich stets bemüht, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Ich bin ihm vor allem aber auch wegen seines unermüdlichen Engagements zur Überwindung von Widerständen gegen das europäische Einigungswerk auf immer verbunden. Sein Lebenswerk wird Österreich und besonders den ÖAAB immer begleiten.

Auch zahlreiche weitere Repräsentanten der ÖVP und ihres Umfelds drückten ihre Trauer aus, etwa Klubobmann Reinhold Lopatka, Generalsekretärin Elisabeth Köstinger, Frauenchefin Dorothea Schittenhelm und der österreichische Cartellverband, dessen katholisch-akademischer Verbindung Norica Mock angehörte.

HC Strache: "Mit Alois Mock verliert Österreich einen Politiker, der unser Land entscheidend mitgeprägt hat". "In seiner Zeit als Unterrichtsminister hat Alois Mock für Oberösterreich vor allem mit dem Ausbau der dezentralen höheren Schulen einen ganz großen Schwerpunkt gesetzt".

Niederösterreichs Politiker reagieren tief betroffen auf den Tod von Alois Mock. Am Donnerstag starb der Christdemokrat im Alter von 82 Jahren. "Europa" führte er sein Land in die Europäische Gemeinschaft zu einem Zeitpunkt, als die geopolitische Tektonik des Kontinents sich veränderte. Er durchschnitt 1989 symbolisch den Eisernen Vorhang und gilt als Vater des EU-Beitritts. Der Partei stand er insgesamt zehn Jahre lang vor. Er habe damit auch eine Wende für Niederösterreich eingeläutet: "Den EU-Beitritt und die vielen Chancen und Möglichkeiten, die sich dadurch für uns und für Niederösterreich ergeben haben, haben wir Alois Mock zu verdanken". Daran hatte der junge ÖVP-Politiker schon in den 1960er-Jahren geglaubt, als sonst niemand über die Integration Österreichs in Europa sprechen wollte. 1961 wechselte er in das Bundeskanzleramt, das ihn an die österreichische Vertretung bei der OECD nach Paris entsandte. Der Traum, den "Irrtum der Geschichte" zu korrigieren und die SPÖ aus dem Kanzleramt zu drängen, war gescheitert.

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