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Wirtschaft

Politische Isolation von Katar: USA wollen diplomatische Spannungen im Golf

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Die Skyline von Katars Hauptstadt

Die Spannungen müssten rasch verringert werden, forderte Erdogan nach Angaben aus Präsidialamtskreisen vom Dienstag in Telefonaten mit den Staats- und Regierungschefs von Katar, Russland, Kuwait und Saudi-Arabien. Auch vom Iran unterstützte "Terroraktivitäten" wurden genannt. Saudi-Arabien hat Katarern eine Frist von 14 Tagen gegeben, um das Land zu verlassen. Sein Land sei einer beispiellosen Medienkampagne ausgesetzt, die Lügen verbreite und Katar beleidige. Der saudiarabische Erzrivale Iran sieht sich als eigentliches Ziel des Vorstoßes und die USA als Strippenzieher. "Klärt das unter euch", lautete die Botschaft von US-Außenminister Rex Tillerson. Präsident Donald Trump werde mit allen Beteiligten sprechen, um die Situation zu beruhigen, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses am Montag.

Der Vorwurf an das Emirat: Das Land soll Terrororganisationen, darunter auch die Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS), und den Iran unterstützen.

Katar ist darüber hinaus ein wichtiger Verbündeter der Palästinenserorganisation Hamas, die auch von Iran unterstützt wird: So lebt Hamas-Chef Khalid Meshal seit 2012 im Exil in Doha - obwohl ihm Israels Geheimdienst nach dem Leben trachtet. Inoffizieller Vorwurf: Der Emir von Katar kooperiere auch mit Iran - dem Hauptgegner Saudi-Arabiens.

Rückendeckung erhielt Katar von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD).

Zudem wolle Athen seine traditionell guten Beziehungen zu allen arabischen Staaten nutzen, um die schweren Spannungen zwischen zahlreichen arabischen Staaten zu entschärfen und zur Stabilität in der Region beizutragen, hieß es aus dem Außenministerium weiter. Diese wird auch vom Iran unterstützt. Auch der Jemen und die Rebellen im Osten Libyens brach die Beziehungen zu Katar ab.

Die emiratische Fluggesellschaft Etihad kündigte die Einstellung sämtlicher Flugverbindungen von und nach Doha ab Dienstag an.

Der katarische Flughafen in Doha ist ein Drehkreuz im Flugverkehr zwischen Europa und Asien. Vor vier Wochen unterzeichnete der von ihm geführte Fußballweltverband noch stolz ein Sponsoringabkommen mit Qatar Airways. In Katar kam es bereits zu Hamsterkäufen aus der Furcht vor Lebensmittelengpässen. Das erwischt die aufstrebende Fluglinie Qatar Airways kalt. Und es scheint nicht so zu sein, dass der Konflikt schnell beendet wird. Der Ölpreis gab nach. Grenzen werden geschlossen, Investitionen gesperrt, Lizenzen gestrichen. Katar ist der weltgrößte Exporteur von Flüssigerdgas (LNG). Laut Aussagen von Gashändlern, so Reuters, sei es noch zu früh, um die Auswirkungen des diplomatischen Streiks auf die LNG-Lieferungen in der Region abschätzen zu können.

Es könnte auch schon bald zu Engpässen im Lebensmittelhandel kommen. Und nicht zuletzt erfülle Katar stets seine Pflichten zur Bekämpfung des Terrorismus und Extremismus. So haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nun dem saudischen Vorpreschen angeschlossen, beim seit Jahren andauernden Krieg in Jemen haben die Emirate jedoch dezidiert andere Interessen als Riad.

Die Börse in Katar brach um 7,3 Prozent ein. Darum geht es im Persischen Golf, wo Saudi-Arabien das Bestreben von sechs Nationen anführt, die Beziehungen zu Katar abzubrechen. Katar ist nunmehr weitgehend isoliert. Ausrichter Fifa schwieg am Montag.

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