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Parlamentswahlen in Frankreich: Lager von Macron gewinnt erste Runde

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Der französische Präsident Emanuel Macron begrüßt seine Anhänger

Der Sieg vom Sonntag im ersten Durchgang der Parlamentswahlen mag mit zirca zehn Prozentpunkten Vorsprung vor der rechten Opposition scheinbar mager wirken.

Laut Prognosen hat die Partei die Aussicht, am kommenden Wochenende auf mindestens 390 der 577 Sitze in der Nationalversammlung zu kommen.

Das Institut Kantar Public-Onepoint hält sogar bis zu 440 Mandate für möglich. Für den sozialliberalen Staatschef geht es bei der Neuwahl der ersten Parlamentskammer um den nötigen Rückhalt für sein Reformprogramm.

Weitere Links zum Thema Es wäre eine der größten parlamentarischen Mehrheiten in der Geschichte von Frankreichs 1958 gegründeter Fünfter Republik. Denn auch in früheren Jahren gab es Zeiten, in denen der Präsident bis zu 85 Prozent der Abgeordneten hinter sich wusste.

Die rechtsextreme Front National (FN) von Le Pen spielt nur noch eine Nebenrolle. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande, die bislang in der Nationalversammlung den Ton angaben, erleben ein Wahldesaster und stürzen auf ungefähr 10 Prozent ab.

Macrons Gegner sind angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung besorgt.

Das gilt insbesondere für die Anhänger Marine Le Pens, die sich massiv in die Stimmenthaltung flüchteten. Der Front National muss sich mit 13,5 Prozent der Stimmen zufrieden geben. Die Bewegung "France Insoumise" von Jean-Luc Mélenchon, ehemals als Linksfront angetreten, erhielt etwa 11 Prozent der Stimmen. Wegen des Mehrheitswahlrechts könnten sie damit laut Meinungsforschern die Marke von 400 Abgeordnetensitzen übertreffen und somit eine klare absolute Mehrheit erringen. In ihrem eigenen Wahlkreis in Nordfrankreich liegt sie aber weit vorn und hat Chancen, erstmals in die Nationalversammlung zu kommen. Die Stimmen für die jeweils unterlegenen Kandidaten werden somit bei der Sitzverteilung im Parlament nicht berücksichtigt. In fast allen 577 Wahlkreisen fällt die endgültige Entscheidung erst in der Stichwahl zwischen den stärksten Kandidaten. Das schaffen nur die wenigsten. Und er warnte: "Heute Abend deutet alles darauf hin, dass die absolute Mehrheit bereits für Macron gesichert ist". Über ein halbes Jahrhundert hinweg hatten Sozialisten und bürgerliche Rechte die Geschicke des Landes bestimmt.

Die Nationalversammlung ist zwar nur eine von zwei Kammern des Parlaments, der Senat hat bei der Verabschiedung von Gesetzen ebenfalls mitzureden.

Die Nationalversammlung ist das zentrale Machtzentrum des französischen Parlaments.

"La République en Marche" kommt in der ersten Wahlrunde auf knapp 33 Prozent. Fünf der sechs Minister seiner Regierung, die sich den Wählern gestellt haben und dabei ihren Posten aufs Spiel setzten, sind für den zweiten Wahlgang in aussichtsreicher Position.

Wird Frankreich ohne echte Opposition dastehen? Es ist anzunehmen, dass eine absolute Mehrheit der Mandate für die neue Bewegung des ehemaligen Rothschild-Bankiers durchaus drin ist. "Freue mich über das gute Ergebnis für @EmmanuelMacron", schrieb Kanzlerkandidat und Parteichef Martin Schulz auf Twitter. Er fügte hinzu: "Um Europa zu reformieren, brauchen wir im September auch in Deutschland den Wechsel!" Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte am späten Sonntagabend den Glückwunsch von Kanzlerin Angela Merkel. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Friedrich (CSU) wertete den Wahlsieg des Macron-Lagers als Unterstützung für deutsch-französische Reformpläne in der EU.

Paris Nach der ersten Runde der Parlamentswahl bahnt sich in Frankreich ein radikaler Umbau des Arbeits- und Sozialwesens an.

Die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner rief die Bundesregierung in der Zeitung dazu auf, die Reformen nun auch gemeinsam mit Frankreich anzugehen.

Rund 32 Prozent bekam "La Republique en Marche" zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem. Nun beginnt der Wahlkampf für die Stichwahlen am kommenden Sonntag.

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