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Neue Rekordzahl an Flüchtlingen weltweit

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2016 neuer Höchststand bei Flucht und Vertreibung

Die Integration von Geflüchteten könne nur gelingen, wenn sie mit ihren Familien vereint seien, heißt es in einem Bericht Muiznieks. "Angesichts dieser dramatischen Entwicklung müssen und werden wir die lebensrettende Arbeit des UNHCR noch massiver unterstützen", sagt der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

Flüchtlingscamp im Südsudan: Die meisten Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht.

Die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen hat nach Angaben der Vereinten Nationen einen neuen Höchststand erreicht: Ende 2016 waren weltweit insgesamt 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht - 300.000 mehr als ein Jahr zuvor. Niemals zuvor waren laut dem Hilfswerk so viele Menschen entwurzelt. 2015 waren noch 5,8 Millionen neue Flüchtlinge registriert worden. Aus der historisch großen Gesamtzahl an Flüchtenden spreche deshalb "lauter als jemals zuvor die Notwendigkeit zur Solidarität und zu gemeinsamen Zielen bei der Prävention und Lösung von Krisen", betonte UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi laut einer Aussendung.

Nötig wäre das dringender denn je. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge im Ausland stammt aus Syrien, Afghanistan und dem Südsudan. Insgesamt hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt.

Hinter diesen anonymen Zahlen sind die persönlichen Schicksale zahlloser Kinder, Frauen und Männer verborgen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden. Jeder 113. Mensch auf der Welt war ein Flüchtling. Rund eine halbe Million Flüchtlinge konnten in ihr Heimatland zurückkehren, zudem rund 6,5 Millionen Binnenvertriebene in ihre jeweiligen Heimatregionen - wenngleich viele von ihnen keineswegs unter idealen Bedingungen und mit unsicheren Zukunftsaussichten. Auch hier steht Syrien, vor dem Irak und Kolumbien, an der Spitze der Länderstatistik. In den übrigen europäischen Ländern hielten sich 2,3 Millionen Flüchtlinge auf. Ein weiterer Brennpunkt der globalen Flüchtlingskrise findet sich in Afghanistan. In jedem der letzten fünf Jahre stieg die globale Gesamtzahl jeweils in Millionenhöhe. Die Mehrheit, 1,9 Millionen, sind intern Vertriebene. Der größte neue Faktor im Jahre 2016 war jedoch der Südsudan, wo der katastrophale Zusammenbruch der Friedensbemühungen im Juli zu einer Massenflucht von 739.000 Menschen bis zum Jahresende führte (aktuell sind es mittlerweile 1,87 Millionen). Alle drei Sekunden musste ein Mensch fliehen, das sind 20 Menschen pro Minute. Ende 2016 betrug ihre Zahl weltweit 2,8 Millionen. Deutschland kommt mit 670.000 Flüchtlingen nach UNHCR-Berechnung nach Ländern wie der Türkei, Pakistan, Uganda und Äthiopien erst auf Platz 8.

Auf Druck der Union hatte die Bundesregierung 2016 entschieden, den Familiennachzug für Flüchtlinge mit dem eingeschränkten Status des subsidiären Schutzes bis März 2018 auszusetzen. Die Grundursachen, die Menschen zur Flucht zwängen, seien nicht verschwunden.

Der Caritas-Verband verlangte eine bessere Verteilung der Lasten in der Flüchtlingshilfe. Dies waren 2016 40,3 Millionen Menschen. Unter den 65,6 Millionen sind 40,3 Millionen Menschen, die innerhalb des Heimatlandes geflohen sind, die größte Gruppe.

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