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Merkel trägt sich in Kondolenzbuch für Kohl ein

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Juncker will europäischen Staatsakt für Kohl

Maike Kohl-Richter, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Frankfurt, Salomon Korn, und der frühere Bild-Chefredakteur Kai Diekmann in Oggersheim.

Berlin. Der Abschied von Altkanzler Helmut Kohl nimmt allmählich konkrete Formen an.

Mit den Überlegungen werden Erinnerungen an die Trauerfeierlichkeiten für den ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer im April 1967 wach. "Helmut Kohl hat das europäische Haus mit Leben erfüllt", schrieb er am Freitag zu Kohls Tod. Ein Blick auf den Menschensammler Helmut Kohl und die Figuren aus seinem engsten Kreis. Grütters, die auch Berliner CDU-Landesvorsitzende ist, kündigte auf einem Parteitag ihres Verbandes an, sie wolle sich für eine solche "Helmut-Kohl-Stiftung" einsetzen. Bereits unmittelbar nach der Nachricht vom Tode Kohls hatten sich Politiker aller Parteien zu Wort gemeldet.

Was also bleibt von Helmut Kohl? Am Sonntagnachmittag will sich auch Kanzlerin Angela Merkel in das Kondolenzbuch im Kanzleramt eintragen. Aktuell wird der Leichnam Helmut Kohls in seinem Wohnhaus in Ludwigshafen aufgebahrt.

Helmut Kohl soll nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sprach viel für das Datum 1. Juli.

Auch im Foyer der Landesgeschäftsstelle der CDU in Mainz und in der Staatskanzlei liegen Kondolenzbücher aus. Auch sei es Kohls Wunsch gewesen, hieß es in Brüssel. Daran sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Medienberichten zufolge ist auch eine öffentliche Totenmesse im Dom zu Speyer geplant. Wann und an welchem Ort sei aber "noch in Klärung". Nun soll er als erster Politiker überhaupt mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. "Dazu finden derzeit Gespräche statt".

Insofern konnte Merkel, als sie am Montag nach einem Staatsakt für Kohl gefragt wurde, darauf verweisen, der Bundespräsident werde "zu gegebener Zeit" darüber informieren.

"In tiefer Trauer um einen großen Deutschen und einen großen Europäer".

Kohl hatte 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Feburar 1998: Da besuchte Kanzler Helmut Kohl den Rossmarkt in Berching.

Bereits seit Freitag liegt in der CDU-Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus. Deutsche Einheit und europäische Einigung seien für ihn "immer zwei Seiten ein und derselben Medaille".

Der frühere Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann würdigte Kohl als geradlinigen, sensiblen und gebildeten Menschen.

Der Staatsakt zu Ehren des Gestorbenen wird voraussichtlich in seiner Heimat Rheinland-Pfalz stattfinden.

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