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Wirtschaft

Lidl eröffnet erste Filialen in den USA

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Mit 10 US-Filialen hat der Discounter Lidl seinen Angriff auf den Einzelhandelsmarkt in Nordamerika begonnen. Zunächst in drei Bundesstaaten, doch das soll nur der Anfang sein.

Aldi ist bereits seit den 1970er Jahren auf dem US-Markt präsent, ist dort aber nicht sonderlich bekannt. An der Marktspitze stehen aber andere.

Lidl drückt bei der Expansion aufs Tempo.

Obwohl die deutschen Discounter in den USA aber fünfmal so schnell wachsen wie einheimische Ketten, unterschätzen Walmart, Kroger und co. die Gefahr durch die neue Konkurrenz. Helfen soll auch eine exklusive Modekollektion von Supermodel Heidi Klum. "Dank der effizienten Arbeit unseres Teams liegen wir vor dem Zeitplan", sagt Proctor.

Mit frischgebackenem Brot, "nachhaltigen "und frischen Produkten wie Fisch und einer großen Weinauswahl setzt Proctor auf eine Marktstrategie, die man in den USA eher bei gehobeneren Lebensmittelhändlern findet". Aldi Nord besitzt in den USA auch die Discounter-Kette Trader Joe's. Im Vergleich zur US-Konkurrenz, die häufig enorme Produktauswahl auf riesiger Ladenfläche bündelt, bietet Lidl ein übersichtlicheres Sortiment. "Weniger Komplexität", gibt Proctor als Motto vor. "Das können wir vereinfachen", sagte der Manager jüngst der "Washington Post". Insgesamt neun Filialen werden in dieser Woche eröffnet. In vielen Regionen der Welt dürften Discounter bald mehr als die Hälfte des Lebensmittelmarktes einnehmen. Verglichen mit den nagelneuen Filialen von Lidl sehen Walmarts in die Jahre gekommene Shopping-Center zudem richtig alt aus.

Gewinner ist in jedem Fall der US-Verbraucher: Er hat künftig die Auswahl zwischen großem Shopping-Erlebnis und kleinen Preisen. Die Investmentbank Sanford C. Bernstein verweist auf den scharfen Wettbewerb in den USA, wo es neben Walmart und etlichen Supermarktketten ein riesiges Netz an "Dollar-Stores "gibt, die sich mit Kampfpreisen unterbieten". Der Discounter plant in den nächsten fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden US-Dollar zu investieren und die Zahl seiner US-Filialen von derzeit 1.600 bis Ende auf etwa 2.500 zu erhöhen. Deshalb habe Aldi trotz über 40-jähriger US-Präsenz bislang nur etwa ein Prozent Marktanteil erreicht. Nach eigenen Angaben würde der Discounter damit, gemessen an der Zahl der Geschäfte, zur drittgrößten Lebensmittelkette in den USA.

Bei Lidl hat man allerdings noch einen Trumpf in der Hinterhand, um die US-Kunden zu locken: Im Laufe des Jahres kommt Heidi Klums Modelinie exklusiv in die Läden.

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