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Ermittler nehmen Geschäfte von Trumps Schwiegersohn ins Visier

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Robert Mueller

Sessions bestätigte außerdem, dass US-Präsident Trump mit FBI-Chef James Comey ein Vier-Augen-Gespräch führen wollte und dafür alle anderen Anwesenden aus dem Zimmer gebeten habe, unter ihnen auch den Justizminister. Stärkstes Indiz dafür ist, dass Trump den FBI-Chef James Comey abrupt entliess - laut dessen Aussagen, um den Verlauf der FBI-Untersuchung zu beeinflussen. Rosenstein hatte den Sonderermittler zur Russland-Affäre eingesetzt.

Zu einem späteren Treffen Kushners mit dem Chef der russischen Wneschekonombank, das Kisljak vermittelt hatte, gibt es widersprüchliche Aussagen.

US-Medienberichten zufolge hat Rosenstein erklärt, er müsse sich vielleicht aus den Ermittlungen zurückziehen, da er selbst als Zeuge geladen werden könnte. Am darauffolgenden Tag wies Trump die Vorwürfe Comeys zurück und bezeichnete sie als Lüge.

"Derselbe Mann, der mir gesagt hat, ich soll den FBI-Direktor feuern, ermittelt gegen mich, weil ich den FBI-Direktor gefeuert habe!" schrieb Trump. "Hexenjagd", fügte er hinzu. Senatorin Dianne Feinstein äußerte die Sorge, dass der Präsident als Nächstes womöglich Mueller und Rosenstein entlassen wolle.

War die Widerspenstigkeit des 72-Jährigen der Grund, weshalb vor wenigen Tagen Gerüchte die Runde machten, Trump denke über eine Entlassung Muellers nach? Später sagte er jedoch, es sei wegen "dieser Russland-Sache" geschehen. Aus der aussenpolitischen Affäre wurde auf diese Weise eine innenpolitische, das FBI begann zu ermitteln. Er habe bereits die Staatssekretärin im Justizministerium Rachel Brand unterrichtet, dass sie dann die Leitung übernehmen müsse. Mueller soll die volle Kontrolle über die Ermittlungen erhalten. Das könnte als Behinderung der Justiz gewertet werden. Dieser sollte demnach über russische Einrichtungen in den USA laufen.

Gibt es noch weitere Anhaltspunkte für Ermittlungen gegen Trump?

Mueller soll wie das FBI und mehrere Kongressausschüsse die russische Einflussnahme auf die amerikanische Präsidentenwahl im letzten Jahr und eine allfällige Komplizenschaft von Figuren aus Trumps Umfeld klären. Russland hat entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Hintergrund sind mögliche Absprachen zwischen Moskau und Trumps Wahlkampfteam. Nach deren Bekanntwerden hatte er sich von den Ermittlungen in der Russland-Affäre zurückgezogen - offiziell aus formalen Gründen. Danach wird der vom Justizministerium in der Russland-Affäre eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller nicht nur untersuchen, ob Trump-Mitarbeiter im Präsidentschaftswahlkampf mit Vertretern des Kreml illegale Absprachen getroffen haben.

Die Kongressrepublikaner, die den Präsidenten bislang in Schutz genommen haben, fürchten nichts mehr als das letztere: Die Undurchsichtigkeit der Geschäfte von Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner beunruhigt die Parteispitzen zutiefst und könnte Trump nach Ansicht seiner Verteidiger auf dem Kapitolshügel in schwere Bedrängnis bringen.

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