fashionmagazin.org

Sport

Borussia Dortmund: "Schade, dass es nicht weitergeht - Thomas Tuchel bedauert"

Share
FBL-GER-CUP-FRANKFURT-DORTMUND

Vielmehr legte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer gegen Tuchel nach wegen der Ausbootung von Nuri Sahin, der in Berlin trotz der Verletzung seines Mittelfeldkollegen Julian Weigl nicht mal im Kader stand: "Ich war geschockt". Das Zerren um die Deutungshoheit war jedoch nicht beendet: Zwei Stunden später wandte sich Watzke in einem offenen Brief an die Fans und Mitglieder.

Auf die Frage, ob die Trennung alternativlos war, sagt Zorc: "Uns fehlte in dieser personellen Konstellation das Vertrauen, perspektivisch erfolgreich zusammenzuarbeiten und mit einem 'Weiter so' in die neue Saison gehen zu können".

Und dann wird Watzke deutlich.

Es gehe, so Watzke, "immer auch um grundlegende Werte wie Vertrauen, Respekt, Team- und Kommunikationsfähigkeit, um Authentizität und Identifikation". Es gehe um Verlässlichkeit und Loyalität.

Um glaubwürdig zu bleiben, verstärken die Dortmunder daher seit Wochen den Eindruck, Tuchel habe menschlich nicht gepasst, der Arbeitsalltag mit diesem Mann sei nur schwer zu ertragen. "Wenn wir die Dinge derart banalisieren würden, wären wir verantwaortungslose und schlechte Entscheider".

Die Nachfolge Tuchels beim BVB ist noch unklar.

Um 12.30 Uhr hatte Tuchel die Initiative ergriffen.

Zu einem Nachfolger, der schnell gefunden werden muss, wollte sich der BVB nicht äußern.

Um 12.47 Uhr bestätigt er via Twitter die BILD-Exklusivmeldung: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht", schrieb der Fußball-Trainer am Dienstag bei dem Kurznachrichtendienst und kam seinem bis dato Arbeitgeber zuvor. Es war ein letzter Beweis für die unüberwindbare Schlucht, die Tuchel und die Vereinsführung trennte.

Beide Seiten haben seitdem versucht, ihre Version der Wahrheit zu platzieren - über Berater, lancierte Interviews oder bewusst gestreute Hintergründe. Log er gar, wie Watzke andeutete? Unmittelbar vor der seit Wochen angekündigten Saisonanalyse, die von Kennern schon lange als Entlassungsgespräch bezeichnet wird, hatte der 43-Jährige einen Twitter-Account eingerichtet. War das Verhältnis zur Mannschaft irreparabel?

Und nun droht sogar eine schmutzige Scheidung.

Doch die "Süddeutsche Zeitung" schreibt zum Tuchel-Aus: "Unterschätzt wurde in dem Konflikt bisher auch, dass vor allem Sportdirektor Michael Zorc seit fast einem Jahr mit Tuchel keine Arbeitsgrundlage mehr sah".

Der 59 Jahre alte ehemalige Coach von Borussia Mönchengladbach wird beim französischen Erstligisten OGC Nizza bleiben, wo er einen Vertrag bis Juni 2019 besitzt. Doch: Es geht auch ums Menschliche.

Share