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Anti-Terror-Ermittlungen nach tödlichem Zwischenfall in London

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Erneut blutiger Anschlag mit Lieferwagen in London

Alle Opfer sind Muslime. So soll der Fahrer des Transporters, der die Menschen gerammt habe, geschrien haben: "Ich will Moslems töten". Einer von ihnen soll laut Augenzeugen nach der Horrorfahrt mit einem Messer aus dem Auto gesprungen sein. Ob ein vor Ort gestorbener Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar - er bekam demnach schon vorher Erste Hilfe. Mehrere Medien zitierten Augenzeugen, die dies bejahten. Zehn Menschen wurden verletzt, einer starb.

Nachdem Al-Masri im Februar 2006 wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen in Großbritannien verurteilt wurde, wurde er nach Verbüßen einer mehrjährigen Haftstrafe an die USA ausgeliefert, wo er 2014 unter anderem wegen der Beteiligung an einer Geiselnahme im Jemen und der Errichtung eines Terrorcamps auf US-Boden zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

"London hat ein paar furchtbare Wochen hinter sich", sagt Bürgermeister Sadiq Khan, selbst ein Muslim. Die Londoner Polizei hatte nach den jüngsten Anschlägen mehr islamfeindliche Vorfälle registriert als üblich. Nach Angaben des Nachrichtensenders Sky News ereignete sich der Vorfall in der Nähe einer Moschee und der U-Bahnstation Finsbury Park.

Die Behörden gehen davon aus, dass der Verdächtige allein gehandelt hat. Waffen hatte er nach Angaben der Polizei nicht dabei. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und soll dort auf seine psychische Gesundheit untersucht werden. Zudem werde derzeit eine Wohnung in der Region Cardiff in Verbindung mit dem Vorfall durchsucht. Unbestätigten Berichten zufolge stammt der Verdächtige aus der Region.

Unterdessen wird ein Imam als Held gefeiert.

Plötzlich Motorengeheul, Schreie - ein weißer Lieferwagen rast direkt in die Menschenmenge. Die Polizei bestätigte die Festnahme des 48-jährigen Fahrers, der von Zeugen festgehalten worden sei. Mohammed Mahmoud "hielt ihn mit zwei oder drei anderen in Schach und übergab ihn der Polizei, als sie kam", sagte Toufik Kacimi, der Leiter des Gebetshauses, der Nachrichtenagentur PA. Regierungssprecher Stefan Seibert sagte, die Hintergründe der Tat seien zwar noch nicht geklärt - es spreche aber einiges dafür, dass es eine "Tat aus blindem Hass" sei. May steht nach herben Verlusten ihrer Konservativen bei der Unterhauswahl Anfang des Monats unter Druck und ist auch nach dem verheerenden Hochhaus-Brand in London mit Dutzenden Toten heftig in die Kritik geraten. "Unsere Entschlossenheit, sie zu bekämpfen, muss dieselbe sein, wer auch immer verantwortlich ist". Die Polizei behandelt die Tat als Terrorakt, Terrorspezialisten ermitteln. Der Anschlag habe eine Gemeinde erschüttert. Alle Attentäter waren Muslime.

Jeremy Corbyn von der oppositionellen Labour-Party twitterte, er sei "total schockiert". Das Ziel der vorsätzlichen Tat seien "unschuldige Londoner" gewesen, von denen viele gerade "ihre Gebete im heiligen Monat Ramadan beendet hatten", schrieb er in einem Eintrag auf seiner Facebookseite.

Als sie 1988 mit einem der grössten Gebetsräume des Landes eröffnet wurde, sahen viele Muslime darin einen wichtigen Meilenstein.

Die Umgebung um den Bahnhof Finsbury Park wurde abgeriegelt.

Am Montag nach Mitternacht war ein Lieferwagen nahe einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park in eine Menschengruppe gefahren. Beide Taten reklamierte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich.

Großbritanniens Ex-Premierminister David Cameron hat die Attacke von London verurteilt und zu Geschlossenheit aufgerufen. "Ich will alle Muslime töten!" Am 3. Juni rasten drei Männer mit einem Kleinlastwagen in Fussgänger auf der London Bridge in der britischen Hauptstadt. Ein Mensch ist bei dem Anschlag in Finsbury Park umgekommen, zehn weitere wurden verletzt.

In London ist ein Lieferwagen in eine Gruppe von Muslimen gerast. Premierministerin Theresa May wollte am Morgen eine Krisensitzung einberufen. Londons Bürgermeister Said Khan verurteilte den Anschlag. Er ist aber auch sicher: "Wir werden uns vom Terrorismus nicht einschüchtern lassen".

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