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Wirtschaft

Air-Berlin-Chef: Flüge wieder zuverlässig und pünktlich

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Wings Media Crew

"Von Staatsbürgschaften für Airberlin halte ich in der jetzigen Situation nichts", sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies der "Rheinischen Post" vom Dienstag.

Das Inkassoportal "Fairplane" geht davon aus, dass die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin alle Kunden wegen Flugausfällen oder Verspätungen entschädigen wird. "Eine Landesbürgschaft von Nordrhein-Westfalen und Berlin wäre als Unterstützung für den Umbau willkommen", sagte Thomas Winkelmann. Das Unternehmen selbst nenne keine Zahlen zur Höhe bereits gezahlter Entschädigungen. Das Management habe die Verantwortung für fast 8000 Mitarbeiter in Düsseldorf und Berlin, die auch Steuern zahlten.

Öffentlich an einem Kauf interessiert ist die größte deutsche Fluglinie Lufthansa. Aus Ärger über ausgefallene Flüge und Verspätungen verlangen Air-Berlin-Kunden Schadenersatz in Millionenhöhe.

Air Berlin erklärt, alle Schadenersatzansprüche von Passagieren würden sowieso laut den geltenden EU-Regeln korrekt bearbeitet. Sie bildet nun eine von zwei separaten Geschäftseinheiten, wie Air Berlin und ihr arabischer Großaktionär Etihad am Freitag mitteilten. Bei Etihad Airways sitzt das Geld bekanntermaßen nicht mehr so locker, denn die Strategie des ehemaligen Firmenchefs James Hogan gilt als gescheitert und dürfte bei Etihad Milliarden Euro versenkt haben. Juni sei der Flugplan stabil, die Pünktlichkeit wieder über 80 Prozent, Streichungen gebe es nur aus technischen Gründen. Das Management habe sich über die Probleme "maßlos geärgert".

Seit Ende März, dem Beginn des Sommerflugplans, fallen bei Air Berlin Flüge aus oder haben mitunter große Verspätungen. Die außerordentliche Versammlung wurde nach den Bestimmungen des britischen Aktiengesetzes (Companies Act) nötig. Hinzu kämen knapp 1800 Beschwerden gegen den Konzern-Ferienflieger Fly-Niki - 720 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Wirtschaftsrat der CDU erteilte Staatshilfen für Air Berlin eine Absage. Eine geplante Kooperation mit dem Touristikkonzern Tui im Ferienfluggeschäft ist geplatzt. Der Bund will die Voranfrage für eine Bürgschaft prüfen, stellt aber Bedingungen. Stattdessen erzählt der Vorstandschef von den Möglichkeiten des Langstrecken-Geschäfts und von Städtetrips. Das Ferienfluggeschäft unter der Marke Niki soll verkauft werden.

"In diesem Fall müsste die Lufthansa im Verfahren belegen, dass Air Berlin sonst von der Insolvenz bedroht wäre und aus dem Markt ausscheiden würde", erläuterte der Jurist der Kanzlei Simmons & Simmons. Finanzvorstand Dimitri Courtelis bekräftigte auf dem Aktionärstreffen, Air Berlin solle ab 2018 wieder einen Betriebsgewinn (Ebit) erreichen.

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