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Zwölf Tote und sechs Verletzte nach Unruhen in Caracas

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Proteste in Caracas

Nach dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen zogen sich einige Demonstranten in Caracas zurück. Der von den Sozialisten dominierte oberste Gerichtshof hat immer wieder Parlamentsentscheidungen aufgehoben - und Maduro versucht, mit Notstandsdekreten am Parlament vorbeizuregieren.

Eine Demonstrantin springt über eine Mauer.

Caracas. Bei Protesten in Venezuela sind am Mittwoch drei Menschen ums Leben gekommen.

Es gab nach Angaben der Behörden über 400 Festnahmen.

Die Opposition fordert Neuwahlen und die Absetzung Maduros, dem sie die Vorbereitung einer Diktatur vorwirft. Gerade in den Armenvierteln ist der Rückhalt für die Regierung weiterhin hoch. Seit 1999 wird das Land von den Sozialisten regiert und ist trotz der großen Ölvorkommen in seine bisher schlimmste Versorgungskrise geschlittert. Die für das laufende Jahr prognostizierte Inflationsrate von 720 Prozent soll im kommenden Jahr bei über 2.000 Prozent liegen. Schlangen und leere Supermarktregale prägen überall das Bild.

Demonstranten forderten das Militär zum Seitenwechsel auf, wie das Portal "El Nacional" berichtete.

Die Regierungsgegner in dem erdölreichen lateinamerikanischen Land machen Maduro für die seit langem andauernde Wirtschaftskrise verantwortlich.

Seit Anfang des Monats tobt in dem südamerikanischen Land ein Machtkampf zwischen der Regierung des sozialistischen Präsidenten Maduro und der Opposition. Maduro bezeichnete die Demonstranten als "Terroristen" und sprach von einer "Konspiration".

Er beschuldigt die Opposition, zusammen mit dem Ausland eine Intervention zum Sturz der Regierung vorzubereiten. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mindestens sieben Menschen bei den Protesten getötet. Die Opposition kündigte für Samstag weitere Proteste an. Am Donnerstag wurden kurzfristig 20 Metrostationen in Caracas geschlossen, um die Anreise zu Demonstrationen zu erschweren. Demonstranten nannten Maduro einen "Mörder", weil er Soldaten und Milizen zum rücksichtlosen Vorgehen aufrufe. Offizielle Zahlen wurden hierzu nicht veröffentlicht. Wegen der Krise und der zunehmenden Gewalt hatten zuletzt tausende Menschen das Land verlassen. In mehreren Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas einsetzte. Panamas Präsident Juan Carlos Varela appellierte an Maduro, den vom Vatikan vermittelten und zuletzt ruhenden Dialog zwischen Regierung und Opposition zu reaktivieren.

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