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Seoul: Nordkorea feuert erneut Rakete ab

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Der US-Präsident will das Nordkorea Problem aus der Welt schaffen. Quelle dpa

Japan hat den erneuten Raketenstart Nordkoreas scharf verurteilt. Das US-Pazifikkommando teilte mit, es habe das Geschoss sechs Minuten verfolgt, bis es ins Japanische Meer gestürzt sei. Südkorea bestätigte den Abschuss.

Japan kündigte eine harte Reaktion auf den neuerlichen Raketentest an. Die Rakete stelle ein Risiko für Flugzeuge und Schiffe dar, so ein Sprecher. Man wolle gemeinsam mit der Schutzmacht USA "konkrete Schritte" unternehmen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe. Das südkoreanische Militär vermutet, dass es sich um eine Rakete vom Typ Scud gehandelt habe. Abe verwies dabei auf den G-7 Gipfel, wo man sich darauf geeinigt hat, dass Nordkorea zu den Top Prioritäten der internationalen Gemeinschaft gehört. "Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren", sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga am Montag.

Mehrere Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von Raketen, die je nach Bauart auch Atomsprengköpfe tragen können.

Laut der Agentur Yonhap berief Präsident Moon Jae In in Seoul umgehend eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein. "Die Rakete, die von der Ostküste Nordkoreas gestartet wurde, ist in der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans abgestürzt". Diese hatte zuvor jedoch einen Bericht veröffentlicht, wonach Machthaber Kim Jong Un einen erfolgreichen Start eines Waffensystems gegen Luftfahrzeuge überwacht habe. Die USA versuchen derzeit, die Chinesen davon zu überzeugen, noch schärferen UN-Sanktionen gegen Nordkorea zuzustimmen. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Neben diverser solcher Tests hat Nordkorea im vergangenen Jahr im Januar und September zwei Atomtests vorgenommen.

Experten gehen davon aus, dass Nordkorea noch mehrere Jahre davon entfernt ist, die Vereinigten Staaten mit einer Interkontinentalrakete anzugreifen.

Aus Washington hieß es knapp: "Der Präsident wurde informiert". Doch jeder Test bringt die Führung näher an dieses Ziel heran.

Der neueste Raketentest Nordkoreas ist in Washington zunächst kommentarlos zur Kenntnis genommen worden.

US-Präsident Donald Trump spielte denn auch den Ball indirekt China zu, Nordkoreas wichtigstem Verbündeten: "Nordkorea hat sich gegenüber seinem Nachbarn China respektlos gezeigt - wo sich doch China so sehr [um eine Lösung] bemüht!", twitterte er.

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