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Putin: Trump gab keine Geheimnisse an Lawrow weiter

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US-Präsident Donald Trump und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen

Das würde er aber nur tun, wenn die US-Regierung einverstanden sei, sagte Putin am Mittwoch in Sotschi. Zugleich kritisierte Putin den angeblichen Skandal als "politische Schizophrenie". Sogar der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, der dem Präsident bisher äußerst treu war, forderte Aufklärung von Trump.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist bereit, eine Aufnahme des Gesprächs zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zu veröffentlichen.

Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf regierungsnahe Quellen, die Informationen stammten aus dem Umfeld des israelischen Geheimdienstes.

In US-Medien wurde Trump unterstellt, mit den Informationen geprahlt zu haben.

Fakten in Bezug auf Terror und Flugsicherheit. Trump selbst schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Als Präsident wollte ich mit Russland Fakten teilen (.), wozu ich absolut das Recht habe, die den Terrorismus und die Luftverkehrssicherheit betreffen". Wie die "Washington Post" berichtete, sollen diese Erkenntnisse ursprünglich von einer befreundeten Regierung stammen, die eine Weitergabe an Russland nicht genehmigte habe. Er witzelte, er werde Lawrow rügen, weil er "diese Geheimnisse nicht mit uns geteilt" habe. Trump hatte im Wahlkampf allerdings seiner Gegnerin Hillary Clinton vorgeworfen, durch die Nutzung eines privaten E-Mail-Servers in ihrer Zeit als Aussenministerin vertrauliche Informationen verbreitet und damit ein schweres Verbrechen begangen zu haben.

Denn: Über den Umweg Russland könnten die Informationen an den Iran gelangen - der Erzfeind Israels und Verbündeter Russlands, etwa im Syrienkrieg. Dabei handelte es sich um die Gefahr von Anschlägen mit Hilfe von Laptops an Bord von Flugzeugen.

Aussenminister Rex Tillerson hatte am Montagabend erklärt, bei Trumps Gespräch mit Lawrow sei es um "eine breite Palette von Themen" gegangen, darunter "gemeinsame Bemühungen und Bedrohungen im Bereich Terrorbekämpfung". Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, soll höchstpersönlich dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Dinge gesteckt haben, die als hochvertraulich hätten behandelt werden sollen. Man sei auch nicht besorgt, dass andere Geheimdienste die Zusammenarbeit mit den USA einstellen könnten.

Ein anderer Mitarbeiter sagte zu "Jediot Achronot": "Wir müssen neu überprüfen, ob und welche Informationen wir den Amerikanern weitergeben".

Und zweitens, vielleicht noch wichtiger: Trump negiert, dass jede seiner Alleingänge eine gleichartige, entgegensetzte Reaktion provoziert.

Nicht nur von den Demokraten, sondern auch aus Trumps eigener Partei kam Kritik. Sie trifft den Präsidenten zu einer Zeit, in der er wegen des Streits um die Entlassung des Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, unter Druck ist.

Für Putin ist das Angebot, die Mitschriften publik zu machen, unverfänglich, weil es ihn so dastehen lässt, als würde er einem US-Präsidenten in Bedrängnis zur Seite springen.

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