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Portugal gewinnt ESC - Deutschland auf vorletztem Platz

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Levina singt für Deutschland „Perfect Life

Als Salvador Sobral (27) und seine Schwester Luisa Sobral (29), die "Amar Pelos Dois" für ihn geschrieben hatte, den ESC-Gewinnertitel am Schluss der Veranstaltung zusammen performten, war der Gänsehautfaktor fast noch größer als bei seinem Solo im ersten Durchgang. Einfach nur er. Kein Feuerwerk, keine Windmaschine, keine Tiere.

Salvador Sobral hatte mit seiner einprägsamen Jazzstimme und einem sehr effektiven Bühnenbild gepunktet. Die romantische, von Sobrals Schwester komponierte, Jazz-Ballade konnte somit auch die Herzen der meisten ESC-Fans an den Bildschirmen für sich gewinnen.

Sowohl bei den internationalen Jurys als auch beim Publikum kam Portugal auf Platz 1. Jury- und Publikumswertungen aus den in diesem Jahr insgesamt 42 ESC-Nationen hatten gleich viel Gewicht. Dabei hatten damit noch vor ein paar Wochen nur wenige gerechnet.

Jubeln durften andere: Zum ersten Mal gewann Portugal den ESC. Nicht der schräge, wenngleich witzige Jodel-Rap-Song aus Rumänien, nicht der durchtrainierte Israeli mit den Feuerfontänen. Beim Eurovision Song Contest schaffte sie es mit mickrigen 6 Pünktchen nur auf den vorletzten Platz. Selbst der Gorilla-Mann an seiner Seite half ihm bei "Occidentali's Karma" nicht weiter. Die Tage vor dem Finale seien aufregend und anstrengend gewesen. Allerdings blieben die Besucherzahlen unter den Erwartungen.

Von Anfang an gehörte er zu den Favoriten, neben dem Zweitplatzierten mit 615 Punkten, dem erst 17-jährigen Bulgaren Kristian Kostov. Die fünf weiteren Länder, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich, waren gemeinsam mit dem Gastgeberland bereits automatisch qualifiziert. Für Details ist es zu früh, doch die schon jetzt starke Betonung des deutschen Zuschauervotums beim Vorentscheid legt nahe, dass erneut an dieser Stellschraube gedreht werden könnte. Und Deutschland? Tut sich genauso schwer, wie von vielen Beobachtern befürchtet.

Die deutsche Kandidatin Levina konnte ihre Tränen nicht verbergen.

Einmal mehr muss sich die ARD beziehungsweise der NDR fragen, wie auf das schlechte Abschneiden beim Eurovision Song Contest reagiert werden soll. Ebenso wie ihr gut inszenierter Auftritt, den sie zunächst barfuß auf dem Boden liegend beginnt. Kaum eine Radiostation hatte ihn vorab gespielt, in den Charts war er auch nicht sonderlich erfolgreich. Wieder einmal endete der Gesangswettbewerb für Deutschland mit einer Schlappe.

Nach den beiden letzten Plätzen für Deutschland in den Vorjahren hat das Publikumsinteresse am Eurovision Song Contest (ESC) einen Dämpfer bekommen.

Überlagert wurde der Wettbewerb vom Konflikt zwischen Gastgeber und Vorjahressieger Ukraine und Russland. Die Ukraine hatte Julia Samoilowa die Einreise und damit die Teilnahme verweigert, weil sie ohne Genehmigung der Ukraine auf der Krim aufgetreten war.

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