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Nahostbesuch: Trump trifft Abbas - zu Israels Missvergnügen

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Trump erreicht bei seiner ersten Auslandsreise das Heilige Land. Sowohl Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hätten versprochen, das Mögliche zu tun. Das gilt selbst für ein so minutiös geplantes Ereignis wie die erste Israelreise des US-Präsidenten: Während Donald Trump mit der First Lady Melania den roten Teppich auf dem Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv abschritt, beugte sich Oren Hasan vor, ein israelischer Abgeordneter mit Vergangenheit im Rotlichtmilieu, um ein Selfie mit den beiden Gästen zu knipsen. "Es gibt keinen anderen Weg".

Nach einem Besuch der Grabeskirche und der Klagemauer in Jerusalems Altstadt wollte sich Trump mit Netanjahu treffen.

Man wolle an einer Zukunft arbeiten, die Frieden für alle einschließe, sagte Trump weiter.

US-Außenminister Rex Tillerson bezeichnete die Reise Trumps in die Region als Chance.

In einem Vorort Jerusalems ist am Montag ein Palästinenser bei einer Messer-Attacke getötet worden. Bei seiner Nahost-Reise hat der US-Präsident indes keine schlechte Figur gemacht. "Was jetzt passieren kann, hätte vorher nie geschehen können", sagte Trump in Jerusalem an der Seite von Israels Regierungschef Netanjahu. "Wir werden niemals erlauben, dass sich die Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts wiederholen", sagte Trump unter Anspielung auf die millionenfache Vernichtung der Juden, ohne das Wort Holocaust zu benutzen.

Trumps Vorgänger Barack Obama war zuletzt im September 2016 zum Begräbnis des früheren israelischen Präsidenten Shimon Peres in Israel gewesen. Der US-Präsident kommt am Mittwochmorgen mit Papst Franziskus zusammen. Der Iran dürfe niemals eine Atomwaffe haben, sagte Trump. "Frieden kann nicht in einer Umgebung entstehen, in der Terrorismus unterstützt wird". Das könnte nur eines der Probleme sein, sind doch der Akteure in diesem Teil der Welt viele. Tatsächlich kooperiert Israel bereits unter dem Radarschirm der Öffentlichkeit mit Saudi-Arabien bei der Eindämmung des Irans.

Netanjahu dankte Trump ausdrücklich für dessen angekündigten Schwenk in der US-Politik gegenüber dem Iran. Die Visite sei eine "Gelegenheit, in den Diskussionen über Frieden zwischen den Israelis und den Palästinensern voranzukommen", sagte Tillerson an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Der Holocaust sei "die dunkelste Stunde der Geschichte" und das "grausamste Verbrechen gegen Gott und seine Kinder", sagte er.

Wiederholt beschwor Rivlin eine Hoffnung auf Frieden in der Region sowie zwischen den drei monotheistischen Religionen. "Jerusalem ist das schlagende Herz der Juden, so wie es das seit 3000 Jahren gewesen ist". Doch Diplomaten in Jerusalem bezweifeln, dass sich Riad auf Beziehungen mit Israel einlassen würde. Dieses beanspruchen die Palästinensern als Hauptstadt ihres künftigen Staates für sich. Trump hatte dort seine Ablehnung Irans mit einer vehementen US-Unterstützung Saudi-Arabiens untermauert und dies auch in einer Ansprache begründet. Neun Palästinenser wurden am Montag verletzt, als sie an diversen Checkpoints im Westjordanland Solidaritätskundgebungen für die Häftlinge abhielten, die sich seit mehr als einem Monat in israelischen Gefängnissen im Hungerstreik befinden. Die Häftlinge fordern generell bessere Haftbedingungen.

US-Präsident Donald Trump trifft sich mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in Bethlehem im Westjordanland. Die Idee, zwischen Israel und arabischen Nationen wählen zu müssen, sei grundfalsch, sagte Donald Trump bei seiner zwanzigminütigen Abschlussrede im Jerusalemer Israelmuseum. Israel setzt mehr als 10.000 Polizisten zur Sicherung des Besuchs ein; zentrale Straßen sollen gesperrt werden.

Abbas forderte erneut einen unabhängigen Staat Palästina in den Grenzen vor 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt.

Der Besuch von Trump wird teilweise von verschärften Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Er würdigte also nur die heiligen Stätten von Christen und Juden - die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg ließ er aus. Israel habe eine der grossen Zivilisationen der Welt aufgebaut.

In Jerusalem will Trump am Mittag in der Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz niederlegen.

ISRAEL-MUSEUM: Israels 1965 gegründetes Nationalmuseum.

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