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Macron greift Le Pen wegen Affäre frontal an

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Nach den ersten Hochrechungen kam es zu Ausschreitungen in Paris

Demoskopen geben ihr zwar wenig Chancen. Während diese am 7. Mai stattfindet, begehen die Franzosen am 8. Mai den Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg.

Eineinhalb Wochen vor der entscheidenden Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich wird die politische Auseinandersetzung zwischen der Rechtspopulistin Marine Le Pen und ihrem Kontrahenten Emmanuel Macron härter. "Es gab noch nie so viele Stimmen für Kandidaten, die der Europäische Union sehr kritisch gegenüberstehen", sagte Philippot am Montagmorgen dem Sender Franceinfo.

Dazu zählte er neben Le Pen etwa auch den Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon.

Sie wolle die Franzosen sammeln für ein "Programm der Hoffnung, des Wohlstands, der Sicherheit", sagte Le Pen. Diese treten dann in einer Stichwahl noch einmal gegeneinander an. Marine Le Pen will im Fall einer Präsidentschaft ihr Land aus dem Euro führen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft ansetzen. Nichts in seinem Programm oder seinem Verhalten lasse "die geringste Liebe zu Frankreich erkennen", sagte sie. Frankreichs scheidender Staatschef François Hollande rief im Gegenzug zur Mobilisierung gegen Le Pen auf. "Ich werde Macron wählen", sagte der Sozialist - obwohl das Verhältnis zu seinem einstigen "Ziehsohn" nicht erst seit dessen Parteiaustritt gespannt ist. Am Rande eines Besuchs auf einem Großmarkt in der Nähe von Paris warf Le Pen dem Ex-Premier einen "Verrat" seiner Anhänger vor, weil er angekündigt hatte, für Macron zu stimmen, um Le Pen zu verhindern. Börsen in Europa reagierten mit Kursgewinnen auf den Ausgang der ersten Wahlrunde.

Vor allem russische Hardliner wollen ihr mittels Schmutzkübelkampagne gegen Macron offenbar doch noch zum Sieg verhelfen.

Le Pen hatte in der Vergangenheit gesagt, dass sie nicht eine Kandidatin ihrer Partei sei. Hier der weltoffene Europa-Befürworter Macron, dort die Nationalistin und EU-Feindin Le Pen.

Der Wahlkampf für das Präsidentschaftsduell ist derweil bereits im vollen Gange. Neben Macron hatte sich die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, für das Endduell qualifiziert. Demnach verzeichnete Macron knapp 23,9 Prozent, seine Kontrahentin 21,4 Prozent.

Der einstweilige Verzicht auf den Parteivorsitz sei "unverzichtbar", sagte Le Pen. Macron will am aktuellen Flüchtlingskurs festhalten und mehr für Integration tun. Le Pen habe viele potenzielle Sympathisanten verprellt "durch aggressivere Töne in den letzten Tagen, Rassismus und Islamfeindlichkeit und durch den Vorwurf, die Regierung trage für die Terroranschläge Verantwortung".

ORF-Korrespondent Peter Fritz informiert über die ersten offiziellen Reaktionen der EU auf das Ergebnis der Frankreich-Wahl. Der frühere Wirtschaftsminister hat versprochen, für jeden der 577 Sitze im Parlament einen Kandidaten aufzustellen - die Hälfte soll aus der Zivilgesellschaft kommen. Sie plant die Einstellung von 15 000 Polizisten und 40 000 neue Gefängnisplätze. Er wolle eine Mehrheit bilden, um mit neuen Gesichtern zu regieren. Er will die Arbeit der Geheimdienste im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bündeln. Produkte von Firmen, die Fabriken ins Ausland verlagern, sollen mit 35 Prozent besteuert werden. Der 39-jährige Macron, der im Fall eines Wahlsieges der jüngste Präsident in der französischen Geschichte wäre, will sich dem TV-Duell nicht verweigern.

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