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Wirtschaft

Juncker bestätigt Trumps Deutschland-Kritik

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Trump Merkel dpa

Es ist vielleicht das Beunruhigendste im deutsch-amerikanischen Verhältnis, seitdem Barack Obama im Januar die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben hat: Die Unsicherheit, die Ungewissheit.

Trump soll sich in dem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk über den deutschen Handelsüberschuss beklagt haben. "Es ist mein Gefühl, dass wir in vielen Bereichen übereinstimmen, allen voran beim Kampf gegen den Terrorismus", sagte Tusk nach dem Treffen. Handel, Klima und Migration sind die Streitthemen. Trump verfolgt eine protektionistische Wirtschaftspolitik. Das ist eine Neuheit, und sie verheißt für das transatlantische Verhältnis für die verbleibenden bis zu siebeneinhalb Jahre, die Trump im Weißen Haus residieren könnte, wenig Gutes.

Trump will aber "America first".

Gefallen war dies offensichtlich im Zusammenhang mit dem Handels- und Exportüberschuss Deutschlands.

Aus den bösen Deutschen ist also ein schlechter - ein sehr schlechter - Handelsüberschuss geworden. "Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen". Dabei habe Trump das Wort "unfair" benutzt.

Juncker bezeichnete die Medienberichte am Freitag jedoch als übertrieben.

Trumps Sprecher Sean Spicer wies ebenso wie Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn Berichte, wonach das Wort "bad" im Zusammenhang mit Deutschland gefallen sei, als "false reports" (falsche Berichte) zurück. Er wollte Meldungen über die "bösen Deutschen" nicht so stehen lassen. "Ich bin kein Spezialist im Englischen, aber 'bad' heißt nicht 'böse' - 'schlecht' reicht ja". "Er hat gesagt wir haben ein Problem, wie andere auch, mit dem deutschen Überschuss", sagte Juncker am Freitag vor dem Beginn des Gipfels der G7-Staats- und Regierungschefs im sizilianischen Taormina. "Er hat gesagt: Wir haben ein Problem, wie andere auch, mit dem deutschen Überschuss". Aber mit Trump erscheint das nicht möglich. Das neue Hauptquartier ist zwar noch nicht bezugsbereit. Daher würden die betroffenen Ländern den USA nun massiv Geld schulden. "Und nach meiner Meinung muss man diese Dinge auch zusammen sehen". "Aber er hat kein Problem mit Deutschland". Merkel droht mit dem Abzug - und hat in Brüssel auch mit dem türkischen Präsidenten darüber gesprochen.

Die größte Unsicherheit besteht aber in der Frage, wie Trump sich beim Klimaschutz verhalten wird.

Erst vor wenigen Stunden ist die Kanzlerin vom Nato-Gipfel aus Brüssel zurückgekommen, der befremdliche Auftritt des US-Präsidenten Donald Trump dort steckt vielen noch in den Knochen. Am Vormittag traf er die EU-Spitze. In der Handelspolitik gab er die Parole "Amerika zuerst" aus. Nach dem Nato-Gipfel, wo er eine als Grußwort geplante Rede zu einem Denkmal für die Attacke auf das World Trade Center für eine Standpauke nutzte, geht auf EU-Ebene jedoch diese Bemerkung der Isolierung um: "America alone". Die Nato tritt nun auch der internationalen Allianz gegen die Terrororganisation IS bei. Es war am Freitag sogar unsicher, ob im Abschlussdokument ein klares Ja zum freien Handel und ein klares Nein zum Protektionismus von Trump blockiert wird.

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