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Generalinspekteur ordnet Überprüfung aller Kasernen an

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Bundeswehrsoldaten Quelle über dts Nachrichtenagentur

Die Zeitung schrieb, Generalinspekteur Volker Wieker habe nach dem Fund von Wehrmachtsandenken als Raumschmuck in einer weiteren Kaserne die Durchsuchung aller Bundeswehrgebäude angeordnet.

Von der Leyen und Bundeswehr Generalinspekteur Volker Wieker (r) beim Jägerbataillons 291 der Bundeswehr in Illkirch bei Straßburg.

Bis Dienstag müssen die Inspekteure der Teilstreitkräfte einen Zwischenbericht abliefern. Zuletzt waren auch in einer Kaserne in Donaueschingen Wehrmachts-Devotionalien entdeckt worden. Im Bundeswehrstandort in Donaueschingen hätten Experten nach einem Hinweis eine Vitrine mit Wehrmachts-Stahlhelmen vor der Kantine vorgefunden, berichtete "Spiegel Online". Wieker habe die Inspekteure und Präsidenten der gesamten Bundeswehr angewiesen, die Einhaltung der Regeln zum Traditionsverständnis in Bezug auf NS und Wehrmacht zu untersuchen.

Historische Gegenstände aus Wehrmachtsbeständen, die in einem "didaktischen Kontext" gezeigt würden, etwa in Zusammenhang mit einer Erinnerung an den Widerstand gegen die Nationalsozialisten, seien nicht betroffen, hieß es.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte am Wochenende per Twitter: "Mit Blick auf die deutsche Geschichte muss ganz klar sein: Wer die Wehrmacht glorifiziert, hat in der Bundeswehr rein gar nichts zu suchen".

Hintergrund der aktuellen Ermittlungen ist der Fall eines mutmaßlich rechtsextremen Oberleutnants, der unter Terrorverdacht steht.

Der Ende April festgenommene Franco A. hatte sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und plante offenbar einen Anschlag.

Von der Leyen hatte am Freitagabend in den ARD-"Tagesthemen" gesagt, es werde noch ermittelt, ob in der Bundeswehr rechtsextreme Netzwerke existierten. Zugleich aber würden in der Bundeswehr jeden Tag Regelverstöße korrekt geahndet. Der jetzt begonnene Prozess "erfordert Courage und langen Atem". Ministerin Ursula von der Leyen sagte, es geht um nicht weniger als den Ruf der Bundeswehr. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Die Gegenstände hätten aber "keine strafrechtliche Relevanz".

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