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CDU-Wahlsieger Günther will nächste Woche sondieren

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SPD-Landeschef Ralf Stegner stemmt sich gegen die sinkenden Umfragewerte

Eine Woche vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein sieht sich Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ungeachtet eines Vorsprungs der CDU in jüngsten Umfragen auf dem Weg zum Wahlsieg. Im neuen Landtag stellt sie mit Abstand die stärkste Fraktion. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht ein sogenanntes Jamaika-Bündnis von CDU, Grünen und FDP.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Konsequenz aus der Wahl im Norden klar. Die seit 2013 bestehende Partei schafft es bei der zwölften Landtagswahl in Folge in ein Landesparlament. CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther erhob nach der Wahl Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten. Sie zeigen sich aber auch für eine andere Konstellation offen. Als Grund führte sie anhaltende Zerwürfnisse innerhalb der FDP an, die kaum noch ein vernünftiges Regieren zuließen.

Möglich wären neben einer großen Koalition (zu der sich CDU-Spitzenmann Günther am Abend sehr skeptisch äußerte) auch ein Jamaika-Bündnis (CDU, Grüne, FDP) und eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Für die in den vergangenen fünf Jahren regierende Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW - die Partei der dänischen Minderheit - reicht es nicht mehr. Die Grünen holten 12,9 (- 0,3) und die liberale FDP 11,5 Prozent (+ 3,3).

Die SPD kommt laut ZDF-Hochrechnung von 19.20 Uhr auf 26,3 Prozent nach 30,4 Prozent 2012.

Im Tal der Tränen fanden sich am Sonntag nach ihrem in diesem Ausmaß nicht erwarteten Absturz die Sozialdemokraten wieder, ebenso der SSW, der nach einer Legislaturperiode Regierungsmitverantwortung in die Opposition muss, und die Partei Die Linke, die deutlich den Einzug ins Landesparlament verpasste. Die bisher darin vertretene Piratenpartei fliegt raus.

"Die SPD ist abgewählt und es ist jetzt an der CDU, eine Regierung zu bilden", erklärte deren Spitzenkandidat Daniel Günther in Kiel. Die Grünen erringen 10 Mandate, die FDP 9, die AfD 5 und der SSW 3. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 66 Prozent um sechs Punkte höher als 2012. Gelingt der CDU auch im bevölkerungsreichsten Land ein Machtwechsel, kann Schulz seine Kampagne beenden.

Günther verdankt seinen Aufstieg einer Führungskrise der schleswig-holsteinischen CDU. Er habe "nie einen Hehl daraus gemacht", dass die FDP der "Wunschpartner" der Union sei.

Albig räumte die Niederlage ein: "Alle unsere Wahlziele haben wir nicht erreicht".

Schließlich ist dies schon die zweite Niederlage nach dem Saarland seit seiner Nominierung als Kanzlerkandidat. "Das Ergebnis ist supi", sagte der grüne Landesumweltminister Robert Habeck. Habeck sprach von einem "Ende des Abgesangs auf die Grünen". Dazu meinte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki allerdings: "Eine Regierung unter der Führung von Torsten Albig kann ich mir schwer vorstellen".

Jetzt richten sich die Augen auf den Sonntag, wenn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gewählt wird.

Als bloßer Mehrheitsbeschaffer will die FDP aber nicht fungieren - ob in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen oder eventuell in der künftigen Bundesregierung. Ihr CDU-Herausforderer Armin Laschet forderte sie am Montag erneut dazu auf.

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