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Bericht: Trump soll geheime Informationen an Russland gegeben haben

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Lage in der syrischen Stadt Deir ez-Zor

McMaster fügte hinzu, er sei bei dem Treffen Trumps mit Lawrow in der vergangenen Woche im Oval Office mit im Raum gewesen - "das ist nicht geschehen", versicherte er in Bezug auf die mutmaßliche Informierung des russischen Außenministers durch Trump.

Unter anderem soll Trump den Ort genannt haben, von dem aus ein befreundeter Geheimdienst hochsensibles Material zum Islamischen Staat gesammelt hatte - Informationen, die die USA nicht einmal innerhalb der Regierung weitergeben, wie die "Washington Post" unter Berufung auf frühere und aktive Mitarbeiter des Weißen Hauses schrieb. "Zu keinem Zeitpunkt" seien "Geheimdienstmethoden" oder "Quellen" erwähnt worden. McMasters Auftritt entsprach der klassischen Taktik, etwas zu dementieren, was nie behauptet wurde, um dem überwältigenden Druck zu begegnen: In dem Bericht der "Washington Post" wurde Trump nicht vorgeworfen, Quellen oder Methoden verraten zu haben. Außerdem wolle er, dass Russland seinen Kampf gegen den "Islamischen Staat" und gegen den Terrorismus verstärke. Das Weiße Haus reagierte auf die Meldungen zunächst mit einem Dementi, das so windelweich ist, dass es als indirekte Bestätigung durchgehen kann. Die "New York Times" publizierte kurz nach dem Konkurrenzblatt in Washington einen Artikel gleichen Inhalts. Derzeit beruht die Story einzig auf Recherchen der Washington Post.

Juristisch ist Donald Trump dabei nichts vorzuwerfen: Präsident und Vizepräsident haben das Recht, geheime Informationen jederzeit freizugeben. Laut dem Bericht gab der Präsident weder Herkunft noch Quellen preis. Nach Einschätzung der US-Geheimdienste bestehe nunmehr die Gefahr, dass der Informationsaustausch mit dem Partnerland zum Erliegen komme. "Leute, lest ihr wieder diese amerikanischen Zeitungen?" "Während Präsident Trumps Treffen mit Außenminister Lawrow wurde eine breite Palette von Themen angesprochen, darunter gemeinsame Bemühungen und Bedrohungen im Bereich Terrorbekämpfung", hieß es in einem Statement Tillersons, das das Weiße Haus - nicht das Außenministerium - veröffentlichte. Man könnte nun argumentieren, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ein amerikanischer Präsident den Kreml über eine neue terroristische Gefährdung des internationalen Flugverkehrs informiert. Die Russen sind zwar strategische Widersacher der USA, aber nicht einfach ein Feind. Es gibt aber noch einen anderen, sehr deutschen Begriff, der den US-Präsidenten ideal beschreibt: Gefallsucht. Es war das bislang höchste russische Regierungsmitglied, das Trump seit Amtsantritt traf. Geopolitische Prinzipien, so wirkt es, sind nachrangig.

Momentan scheint es wie nach dem Rauswurf von FBI-Chef Comey zu sein: Im Hintergrund wird geklagt und geraunt, doch offiziell bricht noch kein Republikaner mit Trump oder schliesst sich Forderungen nach einem Sonderermittler an. Es stellte sich bald heraus, dass Trump Comey loswerden wollte, weil dieser in der Untersuchung der Russland-Connection nicht locker liess. "Vor allem, wenn es um Geheimdienste und die nationale Sicherheit geht". Auch in Trumps Republikanischer Partei sorgten die Vorwürfe für Alarm. Kisljak spielte dabei möglicherweise eine wichtige Rolle. "Post"-Reporter Greg Miller, einer der Autoren des Berichts, warf der Regierung vor, sich mit "Wortspielen" um die Beantwortung von Fragen zu drücken". Der Oppositionsführer im Senat, Charles Schumer, forderte den Präsidenten zu einer Erklärung auf.

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