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AfD wählte Gauland und Weidel zu Bundestagswahl-Spitzenduo

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Andere, die ähnliche Positionen wie Höcke vertreten, bleiben auch vom Petry-Lager unbehelligt.

Bonn (ots) - Alice Weidel, eine der beiden frisch gekürten AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, sieht ihre Partei in den nächsten Jahren klar in der Opposition. Weidel sagte unter dem Beifall der Delegierten, die AfD werde sich "nicht den Mund verbieten lassen". Am Samstagmorgen versuchten linksgerichtete Demonstranten, Delegierte am Betreten des Tagungshotels zu hindern. Gegen den Parteitag sind mehrere Demonstrationen mit rund 50 000 Teilnehmern angemeldet. Tausende Unterstützer des bürgerlichen Bündnisses "Köln stellt sich quer" versammelten sich am Nachmittag auf dem Heumarkt. Die Vorsitzende Frauke Petry geht.

Einen weiteren Dämpfer für Petry gab es mit Blick auf den Bundestagswahlkampf: Die AfD entschied sich, mit einem Spitzenteam in den Wahlkampf zu ziehen. Es gehe darum, breite Schichten der Bevölkerung zu erobern, die bisher durch das negative Außenbild der Partei abgeschreckt würden.

Die AfD hat prominentere Gesichter als Weidel, allen voran Parteichefin Frauke Petry, doch viele Funktionäre wollten die machtbewusste Einzelkämpferin nicht noch mächtiger machen - und zum Schluss wollte sie auch selbst nicht mehr. Eine solche "Fundamentalopposition" habe er nie gefordert, sagte Gauland.

Petry sagte nach ihrer Schlappe, sie wolle in den kommenden Monaten beobachten, wie sich der Weg der Partei ohne die von ihr geforderte Kursklärung gestalte. Mit ihrem Zukunftsantrag habe Petry einen Fehler gemacht - jeder könne mal mit einem strategischen Ansatz daneben liegen, sagte Meuthen am Montag im Deutschlandfunk. Ihre Anträge zum künftigen Kurs der AfD haben es nicht einmal auf die Tagesordnung geschafft. Die Delegierten des Bundesparteitags der AfD haben sie in die Ecke gestellt und dabei noch öffentlich ausgebuht.

Nur wenige Meter neben dem Rednerpult sitzt Frauke Petry, die große Verliererin dieses turbulenten, teilweise chaotischen Parteitags.

Petry will (vorerst?) Parteivorsitzende bleiben. Vor Wahlen müssten aber die Reihen geschlossen sein. Kaum sanken die Umfragen, eskalierte der Richtungsstreit. Die tatsächlichen Wahlergebnisse lägen erfahrungsgemäß in der Regel deutlich über den Umfragewerten.

In Schleswig-Holstein müssen die Rechtspopulisten zwei Wochen vor der Landtagswahl um den Einzug in das Parlament bangen. Dass sie in der AfD landete, bemerkenswert. Weidel kommt wie Meuthen aus dem baden-württembergischen AfD-Verband. Gegner seien Kanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chef Martin Schulz und Grünen-Politikerin Claudia Roth.

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