fashionmagazin.org

Wirtschaft

Wirtschaft | G20-Finanzminister warten bei US-Handel ab

Share
Schäuble

Mitte März hatte die Blockadehaltung des US-Finanzministers Steven Mnuchin die Stimmung getrübt. Auch der IWF bezeichnete in seinem jüngsten Konjunkturbericht den Protektionismus als eines der großen Risiken für die Weltwirtschaft. Keiner nimmt den Namen Trump in den Mund. Auch Begegnungen mit IWF-Chefin Christine Lagarde und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sind geplant, heißt es aus Athen. Vor allem die neue US-Regierung will das nicht mehr hinnehmen.

Die USA und ihre "America First"-Politik werden derzeit als eine der größten Gefahren für den internationalen Handel und als Bedrohung für den Erfolg der Globalisierung gewertet". Der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau spricht davon.

Schäuble sagte gestern in Washington, er habe dem EZB-Präsidenten Mario Draghi von Anfang an klar gesagt, dass er skeptisch sei angesichts der bis dato nie angewendeten Mittel. Der Überhang überschreitet deutlich die Grenzen, die von Experten und von der Europäischen Union als gesund angesehen werden. Couré räumt ein, dass es Versuche, sich mit laxer Bankenregulierung zu unterbieten, auch innerhalb von Europa gibt.

IWF-Chefin Lagarde rief Deutschland auf, seinen fiskalischen Spielraum zu nutzen, um das Problem zu lösen. Ja, mehr noch: Die Kollegen hätten nicht nur auf jegliches Gemäkel an den hohen deutschen Exportüberschüssen verzichtet, vielmehr seien die Gemeinsamkeiten beim seit Monaten strittigen Großthema Handel sogar gewachsen. Die Euro-Schwäche hilft vor allem exportstarken Nationen, allen voran Deutschland.

Washington Waren "Made in Germany" sind begehrt - deshalb hat Deutschland einen Exportüberschuss.

Dennoch habe er seinerzeit akzeptiert, dass die unabhängige Zentralbank so vorgehen wollte. Für die Unterbewertung des Euros insgesamt sieht er eine Ursache "in der ultralockeren Geldpolitik der EZB, speziell ihrem QE-Programm". "Sie könnte dann in der Tat eher das Risiko einer neuen Krise erhöhen als es vermindern", warnte Schäuble.

Die G20 wollen unter anderem über die Differenzen in der Handelspolitik beraten, die vor allem durch die neue US-Regierung in Washington zu Tage getreten sind. Mit vier Prozent könne sie leben, hatte Lagarde gesagt. Das gelte aber nicht für darüber liegende Werte.

Als "stupid German money" belächelte die Wall Street das Geld, das aus Deutschland kam, um die amerikanische Sozialpolitik zu finanzieren. Der Minister verwies darauf, dass die Zinsen in den USA tendenziell steigen: "Es wäre auch ein gute Gelegenheit, die Amerikaner in ihrer Rolle als Weltmacht zu stärken, wenn wir sagen: wir folgen ihrem Vorbild", sagte der Finanzminister. Doch im Vergleich zur Größe seiner Wirtschaft trägt Deutschland immer noch deutlich stärker zu den Ungleichgewichten im Welthandelssystem bei als etwa China.

Share