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USA greifen Luftwaffenstützpunkt in Syrien an

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Die USA haben in der Nacht zum Freitag einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien angegriffen. Dutzende Präzisionsraketen seien auf die Luftwaffenbasis Schayrat abgefeuert worden teilte ein Regierungsvertreter mit

Was am Dienstag in der syrischen Stadt Chan Scheichun geschah, ist umstritten. Gleichzeitig betonte das Weiße Haus in Washington, Syrien müsse sich an seine Zusagen halten, keine chemischen Waffen einzusetzen.

Die Zerstörung der Luftwaffenbasis soll offenbar nicht der Auftakt für eine große Militärintervention der USA in Syrien sein.

US-Präsident Donald Trump hat als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgas-Angriff auf Zivilisten einen Luftstützpunkt des syrischen Diktators Baschar-al-Assad bombardieren lassen. Es gebe derzeit keine Pläne für eine Eskalation.

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland wegen der Blockade einer UN-Sicherheitsratsresolution zum Giftgasangriff in Syrien scharf kritisiert. Sie riefen die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, sich "geschlossen für einen politischen Übergang in Syrien einzusetzen". Im Laufe des Tages werden offizielle Stellungnahmen der russischen und syrischen Regierung erwartet.

Der US-Präsident appellierte an alle "zivilisierten Nationen", das Blutvergießen in Syrien zu stoppen.

Die US-Regierung hatte bereits eine Kehrtwende in der Syrien-Politik vollzogen. Syrischen Militärkreisen zufolge sind außerdem zwölf Kampfjets und Hubschrauber sowie zwei Start- und Landebahnen zerstört worden. Nach vorgängiger Information des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg feuerten die USA in der Nacht 59 Tomahawk-Raketen von Kriegsschiffen im Mittelmeer ab. Es habe sich um die Schiffe "USS Porter" und "USS Ross" gehandelt. Das Verteidigungsministerium versicherte am Freitagmorgen auf Anfrage, die Bundeswehr habe nichts mit der Marschflugkörper-Attacke auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe zu tun. Es habe dabei Verluste gegeben. Der Angriff werde Terroristen stärken und die Situation in Syrien und der gesamten Region noch komplizierter machen, sagte er.

Trump begründete den Angriff in einer kurzen Ansprache in seinem Privatdomizil Mar-a-Lago in Florida mit US-Sicherheitsinteressen. "Wir begreifen das militärische Eingreifen der USA gegen das Flugfeld als vorbeugende Maßnahme, um den zukünftigen Einsatz von Giftgas zu verhindern", sagte Kurz nach Angaben eines Sprechers gegenüber der APA. Das war die bisher schlimmste Verletzung internationalen Rechts, aber immerhin haben sie noch versucht, militärische Beweise vorzubringen. Es spreche leider manches dafür, dass der Angriff vom Regime des Machthabers Baschar al-Assad ausgegangen sei, "auch dann die anschließende Bombardierung des Krankenhauses, wo die Opfer versorgt wurden".

Beim US-Angriff auf einen Flugplatz der syrischen Regierung sind Aktivisten zufolge vier Armeeangehörige getötet worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte, Trump habe die "starke und eindeutige Botschaft" übermittelt, dass der Gebrauch und die Verbreitung von Chemiewaffen nicht toleriert würden.

Deutlich auf Syriens Seite stellte sich der Iran. Das saudische Außenministerium habe den USA die volle Unterstützung zugesichert, teilt die Regierung in Riad mit.

Assad hat jede Verantwortung für den Giftgasangriff zurückgewiesen. Ebenso vermied es der US-Präsident, den Sturz des Assad-Regimes zu fordern.

"Alle Verantwortung bei einer militärischen Aktion liegt auf den Schultern von denen, die diese fragwürdige und tragische Unternehmung beginnen", sagte der stellvertretende russische UNO-Botschafter Wladimir Safronkow vor Journalisten im UNO-Hauptquartier in New York.

Zweitens demonstriert Trumps Handlungsweise seinen festen Standpunkt zur Syrien-Krise. So sollte vermieden werden, dass bei dem Luftschlag russische Soldaten verletzt werden. Mit Assad müsse "etwas geschehen". Trump sagte, der Angriff sei im Interesse der nationalen Sicherheit der USA. "Dieser Schritt Washingtons fügt den russisch-amerikanischen Beziehungen, die sich ohnehin schon in einem elenden Zustand befinden, einen signifikanten Schaden zu", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

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