fashionmagazin.org

Deutschland

RBB: In Berlin prostituieren sich immer mehr junge Flüchtlinge

Share
Flüchtlinge prostituieren sich im Tiergarten Bild AFP

In Berlin gehen einem Bericht zufolge immer mehr junge Flüchtlinge anschaffen. Das berichtete das RBB-Inforadio am Montag unter Berufung auf Daten von Hilfsorganisationen. Die Zahl der betreuten Jugendlichen, die sich zur Prostitution anbieten, habe sich zuletzt vervielfacht.

Hauptursache für die Entwicklung ist laut Hilfsorganisationen, dass es nicht genug Unterstützungsangebote gibt. Zusätzlich fallen Flüchtlinge ab dem 18. Geburtstag aus dem Hilfesystem für Jugendliche heraus, stehen ohne Perspektive da. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

Die Partei Die Linke hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr Geld für die Integration von jungen Flüchtlingen auszugeben.

Vor allem junge Männer und Burschen aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran treiben sich demnach im Tiergarten herum, übernachten oftmals dort und verdienen sich ihren Lebensunterhalt auf dem Strich.

Ein Mitarbeiter der Organisation "Moabit hilft" sagte dem Sender über die Betroffenen: "Viele wirken hilflos, wie kleine Kinder".

Doch die Jungs aus diesem Milieu herauszuholen, sei gar nicht so einfach, ergänzt Rötten: "Sie dürfen zum großen Teil keinen Deutschkurs machen, nicht zur Schule gehen und erst recht keiner Arbeit nachgehen".

Der Verein "Hilfe für Jungs" schickt Sozialarbeiter in den Tiergarten, um die Flüchtlinge über die Gefahr durch HIV aufzuklären. Da blieben wenig Alternativen, die er den jungen Männern anbieten könne, heißt es vom Vereinsvorsitzenden. Nötig seien dringend mehr Streetworker und Unterkünfte für minderjährige Obdachlose sowie Angebote, Deutsch zu erlernen und zur Schule zu gehen. "Diese jungen Leute rauchen nicht weniger, sondern mehr Hilfe".

Der Berliner Senat hat nach eigenen Angaben keine gesicherten Informationen zu dem Thema.

Das Problem sei jedoch nicht neu, sagt Barbara John, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Berlin. "Die erschütternden Geschichten von minderjährigen Geflüchteten, die sich in Berlin prostituieren, sind deutschlandweit sicher kein Einzelfall", sagte die Berliner Landeschefin Katina Schubert der Nachrichtenagentur AFP. Ein attraktives Ausstiegsszenario müsse den jungen Männern geboten werden.

Share