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Oberstes Gericht in Russland verbietet Zeugen Jehovas

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Das Oberste Gericht in Russland hat nun die Zeugen Jehovas verboten

Die Zeugen Jehovas haben in Russland nach eigenen Angaben mehr als 170'000 Anhänger.

Moskau - Das Oberste Gericht Russlands hat die Zeugen Jehovas verboten. Das Gericht billigte einen Antrag des Justizministeriums, in dem die Glaubensgemeinschaft als extremistische Gruppe eingestuft wird.

Die Zeugen Jehovas, die 395 Zentren in ganz Russland unterhalten, wurden dort seit 1996 wiederholt beschuldigt, mit aggressiven Methoden Gläubige anzuwerben. Die Zeugen Jehovas lehnen den Wehrdienst und Bluttransfusionen ab und sind vor allem dafür bekannt, für ihren Glauben an Haustüren zu werben. Sie muss sich auflösen, alle ihre Immobilien und ihr Eigentum werden vom Staat konfisziert werden.

"Human Rights Watch" sprach in New York von einem gravierenden Verstoß gegen Russlands Verpflichtung auf Achtung der Religions- und Versammlungsfreiheit. Der Grund: Sie seien extremistisch und verstoßen gegen Menschenrechte. "Die religiöse Organisation Zeugen Jehovas zeigt Merkmale extremistischer Tätigkeit", sagte eine Vertreterin des russischen Justizministeriums.

Die "Zeugen Jehovas" beabsichtigen, Berufung gegen den Gerichtsbeschluss einzulegen. Wie andere Gruppen und Ethnien auch, die Opfer stalinistischer Repression geworden waren.

Bereits in der Vergangenheit wurden in Russland mehrere kleinere Zeugen-Jehovas-Verbände geschlossen und Bücher der Glaubensrichtung verboten. 2010 rügte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Verbot einer Moskauer Gemeinde durch ein Gericht im Jahr 2004 und sprach ihr 70 000 Euro Entschädigung zu. Die Religionsgemeinschaft hat in Russland etwa 175.000 Mitglieder. Ebenfalls gefährlich sei die Zeitschrift der "Wachturm", die trotz Verbots weiter verteilt werde.

Sollte das Urteil bei der Berufungsverhandlung bestätigt werden, wolle man den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen, kündigte die Glaubensgemeinschaft an. Diese enthielt noch Vermerke des ursprünglichen Besitzers - der Russisch Orthodoxen Kirche.

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