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Michael Ballhaus (†81): Der deutscher Star-Kameramann ist verstorben

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Michael Ballhaus

Geboren wurde Michael Ballhaus am 5. August 1935 in Berlin. Denn es war das Lebensmotto dieses großartigen, im Umgang so zurückhaltenden wie angenehmen Filmkünstlers. Und dort hat ballhaus auch sein erstes Foto aufgenommen: 1948, im Alter von zwölf Jahren und mit einer Agfa Box, einem einfachen quadratischen Kasten, der weniger als zehn Mark kostete. "Seine 360-Grad-Kamerafahrten sind für mich legendär - und er ist es auch". Sein Blick liebe die Schauspieler, sagte er einmal. Wer jedoch bei welcher Produktion die Kamera führte, wissen die wenigsten. Der bekannte deutsche Kameramann Michael Ballhaus ist in der Nacht auf Mittwoch verstorben. Ihn faszinierte besonders die "schwebende und kreisende Kamera, das magische Licht", - das, was später seine eigene Arbeit so besonders machen sollte. Das Buch beginnt mit dem Satz "Dies sind die Erinnerungen eines Mannes, der mit seinen Augen gelebt und gearbeitet hat".

Scorseses Bandenepos "Gangs of New York" trug Ballhaus 2002 seine dritte Oscar-Nominierung ein - nach James L. Brooks' Komödie "Nachrichtenfieber" (1987) und Steven Kloves' Nachtclubfilm "Die fabelhaften Baker Boys" (1989). Er erlebte die Bombenangriffe auf Berlin und zog mit seinen Eltern als Fixsterne einer Theatergruppe ins Fränkische. Eine für den Beruf prägende Erfahrung war die frühe Begegnung mit Max Ophüls, den er bereits 1955 bei den Dreharbeiten zu dessen Film "Lola Montez" beobachten durfte.

Kosslick zeigte sich froh, dass die Berlinale Ballhaus im vergangenen Jahr noch den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk habe verleihen können. Wer seine Filme sieht, versteht, was er damit meinte.

Ballhaus arbeitete mit vielen weiteren namhaften Regisseuren, darunter Volker Schlöndorff, Francis Ford Coppola und Robert Redford sowie mit Schauspielstars wie Leonardo DiCaprio und Paul Newman.

"Ich habe Michael Ballhaus als Filmschaffenden sehr geschätzt und seine Stilistik als Kameramann immer im höchsten Maße bewundert", sagt WDR-Intendant Tom Buhrow. Die Erfolgsgeschichte des jungen deutschen Films, die eng mit den Namen Fassbinder, Wenders und Herzog verbunden ist, ist zu großen Teilen auch auf die grandiose Handwerkskunst des Michael Ballhaus zurückzuführen.

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