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Le Pen tritt vorübergehend vom Parteivorsitz zurück

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1/8Emmanuel Macron Der Mitte-Links-Kandidat ist der klare Sieger des ersten Durchgangs. Nun macht er sich auf weitere Wähler von sich zu überzeugen

Einheit will auch dessen Frontfrau Le Pen und legt den Parteivorsitz nieder.

Paris Sie wolle "alle Franzosen zusammenbringen" und "über den Parteiinteressen stehen", sagt Marine Le Pen. In der gestrigen Ausgabe des "heute journal" sagt Moderator Claus Kleber, Macron müsse "nur noch Marine Le Pen aus dem Feld schlagen".

Emmanuel Macron ist der Sieger aus der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen 2017. Sie wolle alle Landsleute hinter ihrem "Programm der Hoffnung, des Wohlstands, der Sicherheit" sammeln. Doch ihn jetzt schon als zukünftigen Präsidenten zu bezeichnen, das wäre etwas verfrüht - schließlich findet die Stichwahl erst am 7. Mai statt. Der 39 Jahre alte Macron gilt als Favorit für das Finale. "Patrioten sollten zusammenkommen, um diejenigen zu bekämpfen, die für eine ungezügelte Globalisierung sind", sagte Le Pen. Le Pen vertritt eine nationalistische Linie, will das Land beispielsweise gegen Einwanderung abschotten und die französischen Grenzen kontrollieren.

Die Stichwahl gilt als historische Richtungsentscheidung für Europa.

Die EU-Gegnerin Le Pen kam in der ersten Wahlrunde am Sonntag auf den zweiten Platz und trifft in der Stichwahl auf Macron. In Berlin und Brüssel sorgte der Ausgang der ersten Runde denn auch für Erleichterung, an den Börsen stiegen die Aktienkurse deutlich.

Präsidentschaftswahlen Frankreich: Darum wird hier zweimal gewählt Elf Kandidaten stehen zur Wahl, und so werden sie gewählt: die wichtigsten Fakten.

Aus Sicht der Investoren im deutschsprachigen Raum hat der "unabhängige" Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron den Sieg in Frankreich praktisch in der Tasche. "Le Pen könnte einige Stimmen aus dem Lager des gescheiterten konservativen Kandidaten François Fillon bekommen, aber das wird die Wahl nicht zu ihren Gunsten entscheiden können", sagte der deutsch-französische Publizist und Politikwissenschaftler Alfred Grosser der "Passauer Neuen Presse".

Der Wahlkampf für das Präsidentschaftsduell ist derweil bereits im vollen Gange. Macrons Sprecher sagte, Le Pen habe sich in der Wirtschafts- und Steuerpolitik "wie eine Weihnachtsfrau" verhalten und Steuergeschenke verteilt.

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