fashionmagazin.org

International

Konflikte Venezuela: Blutige Proteste: Mehrere Tote in Venezuela

Share
Neuer Inhalt

Im Land mit den größten Ölreserven gehen seit Wochen Hunderttausende für Neuwahlen auf die Straße.

Saab machte die Opposition für das Blutvergießen im westlich gelegenen Merida verantwortlich, da es sich bei den Toten und mehreren Verletzten um Anhänger der Regierung gehandelt habe. Wie in den Tagen zuvor verliefen die Demonstrationen bis zum Nachmittag friedlich und schlugen am Abend in Gewalt um. "Sie wissen nicht, was wir in der Lage sind zu tun", betonte der 54-Jährige in seinem TV- und Radioprogramm "Domingos con Maduro".

"Nach fast 20 Jahren der Revolution bin ich bereit, einen neuen historischen Schritt zu unternehmen". Angesichts der zunehmend blutigen Proteste und Unruhen mit bereits 21 Toten versicherte er: "Wir werden nicht in einen Bürgerkrieg geraten". Regierung und Opposition gaben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation. Im ganzen Land versammelten sich Demonstranten zu Protestzügen.

Mit den Massendemonstrationen will die Opposition einen Wandel im sozialistischen Venezuela erzwingen, eine Diktatur verhindern. Mindestens drei weitere Menschen wurden getötet.

Ein weiteres Mal sind Teilnehmer von Protesten in Venezuela durch Schüsse getötet worden: Ein Anhänger und ein Gegner von Präsident Maduro kamen ums Leben.

Nach Angaben eines Behördenvertreters wurde ein Anhänger Maduros bei einer Kundgebung zugunsten der Regierung in der Stadt Mérida von einer Kugel tödlich am Hals getroffen. Eine 47-jährige Anhängerin Maduros erlag ihren Verletzungen, die sie durch einen Flaschenwurf bei einer Demonstration am 19. April erlitten hatte. Für den Toten in Barinas machte die Opposition Motorradbanden der Sozialisten verantwortlich, die immer wieder Bürger angreifen. Weitere 1300 Menschen wurden nach Angaben von Anwälten festgenommen.

Kritiker werfen Maduro vor, zum Diktator geworden zu sein. Das Parlament ist seit Monaten de facto machtlos, da Maduro mithilfe der Justiz und mit Notstandsdekreten vorbeiregiert. Ende März wurde es durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs komplett entmachtet, das wurde aber wenig später wieder rückgängig gemacht - es war aber der Tropfen, der das Fass in dem tief gespaltenen Land zum Überlaufen brachte. Präsident Maduro nannte den gefallenen Ölpreis als Grund für die dramatische Versorgungskrise im Land. Schlangen vor oft leeren Supermärkten und Menschen, die im Müll nach Essbaren suchen, sind Alltag. Insgesamt starben in der Nacht zwölf Menschen - elf in La Valle und ein Mann im Armenviertel Petare. Wegen der Bedienung milliardenschwerer Auslandsschulden und der höchsten Inflation der Welt können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden, die in Euro oder Dollar zu bezahlen sind.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief warnte Parlamentspräsident Julio Borges Deutsche-Bank-Chef John Cryan davor, ein mögliches Goldgeschäft mit Präsident Maduro einzugehen.

Zudem unterstütze die Bank sonst eine Regierung mit "Verbindungen zum Drogenhandel und internationalen Terrorismus".

Share