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Haftbefehl beantragt BVB-Anschlag: Kein Hinweis auf Beteiligung von Iraker

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Dortmund/Düsseldorf. Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verfolgen die Sicherheitsbehörden offenkundig auch Spuren in die rechtsextremistische Szene. Auch wenn eine Spur zu Islamisten führt, ist das Motiv noch unklar. Doch vieles liegt im Dunkeln. Die Polizei hatte ihn am Mittwoch festgenommen und zunächst einen Haftbefehl geprüft.

"Die Ermittlungen haben bislang keinen Beleg dafür ergeben, dass der Beschuldigte an dem Anschlag beteiligt gewesen ist", hieß es.

Diese hatten sich auf eine von den Ermittlern in Auftrag gegebene islamwissenschaftliche Untersuchung bezogen, in der von "erheblichen Zweifeln" die Rede sei.

Bei dem Anschlag auf den Teambus waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften detoniert. Die Bundesanwaltschaft geht nach wie vor von einem terroristischen Hintergrund aus. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien. Dennoch wurde auf Antrag der deutschen Bundesanwaltschaft am Donnerstag Haftbefehl gegen einen der Verdächtigen erlassen. Der Iraker soll auch selbst für den IS gekämpft haben.

Laut Bundesanwaltschaft soll sich der 26-jährige Abdul Beset A. spätestens Ende 2014 im Irak dem IS angeschlossen haben.

Im März 2015 reiste er demnach vom Irak in die Türkei und von dort aus Anfang 2016 weiter nach Deutschland.

Der Verdacht gegen einen 28 Jahre alten Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna wurde am Donnerstag fallengelassen. Es gebe keine Hinweise, dass der Mann in die Tat verwickelt sei. Die Ermittler hatten zwei Männer als Verdächtige identifiziert - beide Verdächtigen sind nach neusten Stand der Ermittlungen allerdings nicht in den Fall verwickelt.

Borussia Dortmund droht trotz einer Energieleistung das Aus im Viertelfinale der Fußball-Champions League. Der Spieler Marc Bartra sowie ein Polizist erlitten Verletzungen.

Jäger sagte, solange die Täter nicht gefasst seien, bestehe für Veranstaltungen und Massenereignisse ein "Gefahrenüberhang". "Das nehmen wir sehr ernst". Die Westfalen unterlagen am Mittwochabend dem AS Monaco mit 2:3 (0:2).

Erfolgs gegen den Lieblingskonkurrenten bleibt die Borussia nach dem 29. Spieltag mit 53 Punkten Tabellenvierter. "Der IS verhandelt nicht, sondern setzt seinen Willen durch", sagte Freier. Spezialisten gaben dann nach kurzer Zeit Entwarnung.

Die Europäische Fussball-Union UEFA wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück.

Der eigens nach Dortmund gereiste Innenminister Thomas de Maizière sagte dem TV-Sender Sky: "Wir wollen, dass solche Spiele stattfinden, wir wollen dem Terror nicht weichen".

Am Tatort wurden drei textgleiche Bekennerschreiben gefunden.

Als Konsequenz aus dem Anschlag forderte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Ansgar Heveling, ein neues Sicherheitskonzept für grosse Fussballspiele.

In der beim "Tagesspiegel" eingegangen E-Mail heißt es der Zeitung zufolge, der Anschlag in Dortmund sei eine "letzte Warnung".

Bisher stünden eher die Menschenmengen im Stadion im Zentrum der Aufmerksamkeit. Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, werde das Umfeld um das Stadion genau kontrolliert.

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