fashionmagazin.org

Wirtschaft

Ex-"Bild"-Chef Diekmann wird Berater bei Uber"

Share
Diekmann soll in politischen Fragen beraten

Das "Public policy advisory board" trifft sich ein Mal jährlich in San Francisco.

Ob die neue Tätigkeit des Langzeit-Chefredakteurs der Bild-Zeitung mehr sein wird als ein Nebenjob, wird sich erst noch herausstellen müssen.

In dem öffentlichen Beratergremium sitzen auch Prominente wie der Verkehrsminister unter Barack Obama, Ray LaHood, die ehamlige EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und die saudi-arabische Unternehmerin und Prinzessin Reema bint Bandar al-Saud. Nach zahlreichen juristischen Niederlagen änderte Uber seine Strategie und betreibt nun bereits seit mehreren Jahren eine Lobbyarbeit hinter den Kulissen, um das Personenbeförderungsegesetz zu ändern. In Amerika hat die Google-Schwesterfirma Waymo Uber in einer Klage unlängst den Einsatz von Technologie vorgeworfen, die ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen habe.

Zudem stand Uber-Chef Travis Kalanick selbst Anfang März 2017 in der Kritik, nachdem er sich in einem per Videokamera aufgezeichneten Streit mit einem Uber-Fahrer wenig souverän gezeigt hatte. Investoren, die ihr Geld in den mit über 60 Milliarden Dollar bewerteten Fahrdienst-Vermittler gesteckt haben, machen die jüngsten Turbulenzen ebenso Sorgen wie die fortlaufenden Milliardenverluste. Diekmann soll Uber als Ratgeber in politischen Fragen und Sparringspartner auftreten. Ein Uber-Sprecher bestätigte die Personalie. Er soll als Vermittler arbeiten, der "kulturelle Übersetzungsarbeit" zwischen dem Dienstleister aus dem Silicon Valley und Europa leistet. Erklärtes Ziel des "Public Policy Advisory Board" sei es nicht, Lobbyarbeit zwischen Wirtschaft und Politik zu betreiben.

Dreißig Jahre lang war Diekmann, mit kurzen Unterbrechungen, bei Springer.

Diekmann hatte das Verlagshaus Axel Springer SE im Januar dieses Jahres verlassen. Dem Vernehmen nach soll in diesem Zuge auch ein weitreichender Konkurrenzausschluss vereinbart worden sein. Klar ist aber: Der gut vernetzte Journalist berät den Fahrdienstleister Uber, der zuletzt mit zahlreichen Problemen wie Sexismus-Vorwürfen und einem Komplett-Verbot in Italien zu kämpfen hatte.

Share