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Wirtschaft

Alitalia vor dem Ende - Referendum gescheitert

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Alitalia-Personal bei einer Demonstration in Rom im März Die Mitarbeiter der angeschlagenen italienischen Fluglinie haben über einen drastischen Sanierungsplan abgestimmt. Quelle AFP

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia steht vor der Insolvenz. Wie das Unternehmen mitteilte, stimmte die Mehrheit der Angestellten gegen einen zwischen Konzernführung und Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan für Alitalia.

Alitalias Anteilseigner, darunter die Banken UniCredit und Intesa Sanpaolo, hatten damit gedroht, die Umschuldung von Verbindlichkeiten der Fluglinie zu blockieren, sollte es keinen Sanierungsplan geben. Vorab hatte Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni gesagt, falls der Plan scheitere, könne Alitalia nicht überleben.

"Das ist ein wahrer Selbstmord für die ganze Airline", klagte ein Gewerkschaftssprecher, der mit dem Management den Rettungsplan ausgehandelt hatte. Verkehrsminister Graziano Delrio fügte am Sonntag hinzu, dass die Alternative zum Rettungsplan der Konkurs sei. Dennoch weigerte sich die Belegschaft, für den Rettungsplan zu stimmen, der unter anderem Kürzungen bei den Personalkosten in Höhe von 670 Millionen Euro in fünf Jahren vorsieht. Ursprünglich wollten sie zwei Milliarden Euro zuschießen. Der mühsam mit den Gewerkschaften ausgehandelte Plan überzeugte die kämpferische Belegschaft nicht. Der vor einem Jahr eingesetzte australische CEO Cramer Ball sei gerufen worden, um die Airline zu sanieren, er sei jedoch gescheitert. Jetzt wird es eng für Alitalia.

Erwartet wird jetzt, dass die Regierung in Rom einen Sonderverwalter für die Alitalia ernennt. Damit könnte dem Unternehmen schon in diesem Monat das Geld ausgehen.

Ohne staatliche Hilfe scheint die Airline am Ende. Der Alitalia-Board berät am Dienstagnachmittag über die weiteren Entwicklungen. Insidern zufolge droht ihr in wenigen Wochen das Geld auszugehen. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die arabische Fluggesellschaft Etihad sollte den Neustart bringen. 2016 lief ein Verlust von 460 Mio. In den letzten Jahren hat Alitalia die Konkurrenz von Low cost-Gesellschaften stark zu spüren bekommen. Das betrifft auch die Reiseplanungen von Papst Franziskus, der sich wie seine Vorgänger bei seinen Abflügen ins Ausland stets auf die Dienste von Alitalia verlässt.

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